Mutmaßlich rechtsextremer Anschlag

Polizei nimmt Ermittlungen wegen versuchtem Mord auf


02.07.2026 – 11:54 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Polizeifahrzeug von dem Wohnprojekt „Zelle 79“: Die Polizei ermittelt wegen versuchtem Mord. (Quelle: Frank Hammerschmidt)

Cottbus ist für seine gewaltbereite Neonazi-Szene bekannt. Nach einem Anschlag während der CSD-Woche schaltet sich der Staatsschutz ein. Es geht um versuchten Mord.

Die Polizei Cottbus ermittelt nach einem mutmaßlich rechtsextremen Brandanschlag wegen versuchtem Mord. Das gab die Behörde am Donnerstag bekannt. Bereits im vergangenen Jahr war es zu mehreren Angriffen auf das alternative Wohnprojekt „Zelle 79“ gekommen.

Zu dem jüngsten Angriff war es am vergangenen Donnerstag gekommen. Wie die Polizei mitteilte, hatten Unbekannte mit einer brennbaren Flüssigkeit befüllte Flaschen gegen die Fassade des Hauses geworfen. Bei der Attacke sei es nur zu kleineren Bränden gekommen, niemand sei verletzt worden.

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Laut Zeugenaussagen soll es sich bei den Tätern um zwei Männer im Alter von etwa 15 bis 20 Jahren handeln. Bei der Tat habe einer der beiden eine schwarz-weiß-rote Sturmhaube getragen, der andere Mann trug ein Langarmshirt mit weißem Aufdruck.

Cottbus: Immer wieder mutmaßliche Anschläge

Zu dem Anschlag kam es während der Christopher-Street-Day-Aktionswochen in Cottbus. In diesem Rahmen hatten die Bewohner des Hauses „Zelle 79“ ein CSD-Plakat und eine Regenbogenflagge an die Fassade des Hauses gehängt. Auch allgemein gilt das Wohnprojekt als eine Anlaufstelle für feministische und antifaschistische Gruppen in Cottbus. Der Sprecher der Initiative Sichere Orte, Lukas Pellio, erklärte: „Dieser Brandanschlag ist ein Angriff auf queeres Leben in Cottbus.“

Die Polizei erklärte in der Mitteilung: „Aufgrund der Tatsache, dass sich zur Tatzeit Personen in dem Haus aufhielten, ermittelt die Polizei zunächst wegen des Verdachts des versuchten Mordes, vorbehaltlich der konkreten Bewertung der Staatsanwaltschaft.“ Auch der Staatsschutz habe sich mittlerweile eingeschaltet.

Cottbus gilt als ein Zentrum des Rechtsextremismus in Brandenburg. Immer wieder gibt es mutmaßliche Anschläge und Übergriffe in der Stadt: Im Frühjahr waren ein antisemitischer Schriftzug und ein schwarzes Hakenkreuz an die Synagoge in der Fußgängerzone der Stadt geschmiert worden.

In den Flur eines anderen alternativen Wohnprojekts wurde eine Leuchtfackel geworfen. Es gab Drohungen unter anderem an der Wohnung eines Studentenpfarrers, der sich gegen Rechtsextremismus engagiert.

Bereits im vergangenen Jahr gab es einen mutmaßlichen Anschlag auf das Wohnprojekt „Zelle 79“. Unbekannte hatten versucht, die Tür des Hauses mit Böllern aufzusprengen. In einem anderen Fall sei das Haus mit Pyrotechnik beschossen worden.

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