Die Menschen hinter dem „Spreewaldkrimi“ galten laut ihm „schon immer als ein bisschen zu anspruchsvoll, und das ist nicht jedermanns Geschmack, auch nicht auf den Entscheidungsebenen. Heute sind die Herausforderungen andere und es entscheiden eher Strategiepapiere über Inhalte.“

Dennoch zeigt sich Wolfgang Esser dankbar. „Dass wir diese Art von Filmen machen durften, war vor 20 Jahren ein großes Wagnis“, sagt er. „Es ging komplett gegen die damaligen Sehgewohnheiten im Fernsehen. Und das tut es teilweise auch heute noch.“

Dass das ZDF das Aus des „Spreewaldkrimis“ ausgerechnet zu Beginn der Dreharbeiten für den letzten Film verkündet hat, kann Esser nicht nachvollziehen. „Es ist etwas unglücklich“, sagt er und erklärt: „Die Region ist in Schockstarre. Seit bekannt ist, dass die kommende Folge ‚Mein ist der Tod‘ die letzte sein wird, sprechen mich während der Dreharbeiten viele Menschen darauf an.“ Lieber wäre ihm gewesen, die Einstellung der Reihe wäre zur Ausstrahlung des Filmes bekannt geworden.

Der erste „Spreewaldkrimi“ lief im November 2006 im ZDF. Christian Redl spielt von Anfang an die Rolle des Hauptkommissars Thorsten Krüger, der ab Folge 14 im Ruhestand ist. In der zweiten Folge, die im Jahr 2009 erstausgestrahlt wurde, kam Thorsten Merten als Polizist Martin Fichte hinzu, der den Kommissar bei seinen Ermittlungen unterstützt. Die Filme zeichnen sich durch mystische Elemente sowie durch das Spiel mit Zeitebenen aus. Wolfgang Esser ist Produzent aller Episoden, die in vielen Fällen mehr als sechs Millionen Zusehende anlockten, dem Sender also gute Quoten bescherten.

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