
Innensenatorin zieht Bilanz
Mindestens acht verletzte Kinder an Silvester – Hunderte Festnahmen
Aktualisiert am 01.01.2026 – 11:03 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Polizei zieht nach der Silvesternacht eine gemischte Bilanz. Trotz weniger schwerer Vorfälle kam es zu Angriffen – und verletzten Kindern.
Die Berliner Polizei hat in der Silvesternacht mehr als 420 Verdächtige kurzzeitig festgenommen. Das geht aus einer Bilanz der Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sicherheit hervor, die am Donnerstagvormittag veröffentlicht wurde.
Innensenatorin Iris Spranger sagte: „Der Großteil der Berlinerinnen und Berliner hat einen friedlichen Jahreswechsel erlebt“. Die frühe Prävention und umfassende Kontrollen hätten sich bewährt. Besonders die erweiterten Verbotszonen am Alexanderplatz, an der Sonnenallee, im Steinmetzkiez und neu an der Admiralbrücke haben laut Spranger Wirkung gezeigt.
Insgesamt seien 30 Polizisten durch Knalltraumata nach dem Beschuss mit Böllern oder Gegenwehr von Verdächtigen verletzt worden. Die Einsatzkräfte wurden wiederholt mit Feuerwerkskörpern angegriffen.
Das Unfallkrankenhaus Berlin in Marzahn meldete 25 Patienten „mit zum Teil schweren Handverletzungen mit Teil- oder kompletten Amputationen von Fingern oder Teilen der Hand“. Unter den Verletzten befanden sich laut Krankenhaus und Senatsverwaltung mindestens acht Kinder.
Rund 3.200 Polizisten sicherten die Silvesternacht, darunter 785 Kräfte von Bundespolizei und anderen Bundesländern. Die Feuerwehr war mit 1.600 Einsatzkräften unterwegs, davon 500 Ehrenamtliche. Sie rückte zu 1.830 Einsätzen aus – etwas weniger als im Vorjahr.
Vor und während der Silvesternacht stellte die Polizei 220.000 Stück illegale, falsch gelagerte oder unzulässig verkaufte Pyrotechnik sicher. Davon gehörte knapp die Hälfte zu gefährlichen Sprengstoffartikeln der Kategorie 4 – also beispielsweise Kugelbomben oder Raketen. In Spandau explodierte laut Polizei mindestens eine Kugelbombe und verletzte eine Person leicht.
Ein Kellerbrand in einem Mietshaus in Berlin-Neukölln erforderte den Einsatz von etwa 100 Feuerwehrleuten. In der Leipziger Straße in Mitte brannte laut Angaben eine komplette Wohnung im neunten Stock eines Hochhauses aus.
Der Ringbahnverkehr der Linien S41 und S42 wurde zwischen den Stationen Gesundbrunnen und Westhafen unterbrochen. Am S-Bahnhof Wedding brannte ein Aufsichtshäuschen auf einem Bahnsteig.
In Moabit löschte die Polizei mit einem Wasserwerfer brennende E-Scooter und andere Gegenstände. Mutmaßliche Randalierer hatten das Feuer auf der Beusselstraße gelegt.