
Tausende Anträge
Zahl der Wehrdienstverweigerer steigt sprunghaft an
14.01.2026Lesedauer: 2 Min.
Die Anträge auf Wehrdienstverweigerung haben sich 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 72 Prozent erhöht. Besonders im Dezember gab es einen deutlichen Anstieg.
Die Zahl der Wehrdienstverweigerer ist 2025 deutlich gestiegen. Beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) gingen im vergangenen Jahr insgesamt 3.867 entsprechende Anträge ein, wie eine Sprecherin der Behörde der „Augsburger Allgemeinen“ vom Mittwoch mitteilte. Dies waren demnach 72 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Allein im Dezember, als der Bundestag die Pläne für den neuen Wehrdienst beschloss, seien 371 Schreiben eingereicht worden. Dies waren demnach innerhalb eines Monats fast doppelt so viele Anträge, wie im gesamten Jahr 2021 gestellt wurden.
Janis Ehling, Bundesgeschäftsführer der Linken, sagt t-online dazu: „Die Jugend stellt sich die Frage: ‚Warum soll ich ein Land verteidigen, das sich nicht mit allen Mitteln für mich einsetzt?‘ Wo die Verweigerungsquote heute bei über 70 Prozent liegt, könnten es morgen schnell auch mal 80 oder 90 Prozent sein.“
Ehling glaubt, dass die tatsächliche Verweigerungsquote noch höher liegt. Viele junge Menschen, die den Dienst verweigern wollten, wüssten oft nicht wie. „Genau hier setzen wir an: Mit ‚Die Linke hilft‘ bauen wir eine eigene bundesweite Infrastruktur auf, um Kriegsdienstverweigerung zu erleichtern“, so Ehling. „Unser Ziel ist es, die Verweigerungsquote weiter zu erhöhen. Anstatt junge Menschen zu mustern, sollten wir ihnen zuhören.“
2021, im Jahr vor dem russischen Angriff auf die Ukraine, verweigerten insgesamt 201 Menschen den Dienst an der Waffe. Seither stiegen die Zahlen den Angaben zufolge kontinuierlich an. 2024 zählte das Bundesamt der Sprecherin zufolge 2.249 Anträge auf sogenannte Kriegsdienstverweigerung.