Ärztereport zeigt massiven Anstieg
Immer mehr Frauen leben mit dieser schmerzhaften Krankheit
05.03.2026 – 11:09 UhrLesedauer: 3 Min.
Immer mehr Frauen in Deutschland erhalten die Diagnose Endometriose. Doch der starke Anstieg bedeutet nicht unbedingt, dass die Krankheit häufiger geworden ist.
Die Zahl der Frauen mit diagnostizierter Endometriose hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr als verdoppelt. Das zeigt der aktuelle Arztreport der Krankenkasse Barmer. Demnach stieg die Zahl der Betroffenen von rund 230.000 im Jahr 2005 auf etwa 510.000 im Jahr 2024.
Auch die Zahl der Krankenhausbehandlungen nahm deutlich zu. Laut Zahlen des Statistischen Bundesamts gab es 2024 rund 37.700 stationäre Fälle wegen Endometriose – etwa 50 Prozent mehr als noch 2014. Gleichzeitig sank das Durchschnittsalter der Frauen bei der Erstdiagnose: Zwischen 2015 und 2024 verringerte es sich um fast vier Jahre auf 37,4 Jahre.
Endometriose ist eine chronische Erkrankung. Dabei wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter, etwa an den Eierstöcken, an der Gebärmutterwand, im Darm, an der Blase oder im Beckenraum.
Dieses Gewebe reagiert auf den weiblichen Zyklus ähnlich wie die Gebärmutterschleimhaut. Es kann anschwellen, bluten und Entzündungen auslösen. Die Folge sind häufig starke Unterleibsschmerzen, krampfartige Beschwerden während der Menstruation sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Manche Betroffene leiden zusätzlich unter Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall.
Die Krankheit kann außerdem Verwachsungen im Bauchraum verursachen oder Zysten bilden. In manchen Fällen beeinträchtigt sie auch die Fruchtbarkeit. Laut der Endometriosevereinigung Deutschland steckt bei etwa 40 bis 50 Prozent der Frauen mit ungewollter Kinderlosigkeit Endometriose dahinter.
Der deutliche Anstieg der Diagnosen bedeutet nach Einschätzung von Experten nicht, dass mehr Frauen erkranken. Vielmehr erkennen Ärzte die Krankheit heute häufiger und früher. „Endometriose ist viel stärker im gesellschaftlichen Bewusstsein angekommen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Barmer, Christoph Straub. Dadurch werde die Erkrankung eher erkannt und viele Frauen müssten nicht mehr jahrelang auf eine Erklärung für ihre Beschwerden warten.
Verbesserte Diagnosemöglichkeiten spielen ebenfalls eine Rolle. Neue medizinische Leitlinien empfehlen zunehmend schonendere Verfahren. Statt einer Bauchspiegelung mit Gewebeentnahme – einer Operation, bei der Ärzte mithilfe einer Kamera den Bauchraum untersuchen – sollen häufiger bildgebende Methoden eingesetzt werden. Dazu zählen etwa Ultraschall oder Magnetresonanztomografie (MRT).
