Nein, die Kritiker werden verstummen

Jetzt geht das schon wieder los. Erst zwei Spiele sind gespielt und die Fußball-Nation dreht schon wieder durch. Alles schlecht! Was macht der Klopp denn da? So reagieren nun viele nach dem 1:1 gegen die Niederlande und dem 0:1 gegen Griechenland. Dabei waren solche Ergebnisse eingepreist, als Jürgen Klopp ankündigte, einen XXL-Kader zu nominieren.

Nach dem desaströsen Auftritt der Nationalelf bei der WM war der Wunsch nach Erneuerung groß. Klopp sollte sich was trauen, er würde die Zeit dafür bekommen. Das alles ist nach – nun ja – zwei wirklich wenig überzeugenden Spielen offenbar schon wieder vergessen. Das jedoch ist ein großer Fehler. Selbst wenn Klopp die Mannschaft auf 23 Spieler dezimiert hätte, hätte sie die zwei Länderspiele wohl nicht besser gespielt, kein besseres Ergebnis erzielt.

Klopp nutzt die Zeit stattdessen und probiert etwas aus. Er macht ein Casting, welches sich schon in der nächsten Länderspielphase im November auszahlen wird. Dann nämlich hat er gesehen, auf wen er sich verlassen kann – und vor allem auf wen es sich zu setzen lohnt.

Egal in welchem Bereich, ob in der Politik oder im Sport: Es hat es sich leider etabliert, sofort zu meckern, wenn etwas nicht gleich läuft. Zeit für Neues, für frische Ideen, wird kaum noch jemanden eingeräumt. Dabei liegt in der Ruhe die Kraft, sagt ein altes Sprichwort. Das sollten sich die Klopp-Kritiker auf die Fahnen schreiben. Klar ist: Deutschland ist im Fußball keine Spitzennation mehr. Das ist offensichtlich so. Der Abstand zu Ländern wie Spanien und Frankreich ist ungefähr so groß wie der von der Erde zum Mond. Aber die Chance ist da, das zu ändern.

Jürgen Klopp versucht es. Er braucht nur Zeit und die richtigen Spieler. Die sucht er jetzt gerade. Hat er sie gefunden, werden die Kritiker verstummen. Und dann hoffentlich einsehen, dass die Idee des XXL-Kaders doch nicht so schlecht war.

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