
Kriminelle wollten Stromausfall nutzen
Blackout-Coup von berüchtigtem Clan geht schief
Aktualisiert am 07.01.2026 – 14:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Kein Strom, alles ist dunkel: In Berlin wollen sich das mehrere Männer zunutze machen, sie nehmen einen Geldautomaten ins Visier. Mindestens drei von ihnen gehören offenbar zu einer berüchtigten Familie.
Mehrere Verdächtige aus dem Dunstkreis des organisierten Verbrechens sollen während des großflächigen Stromausfalls in Berlin versucht haben, einen Geldautomaten zu knacken. Laut Polizei schlugen sie in der Nacht zum Montag zu – ließen sich aber erwischen, bevor sie Erfolg hatten.
Wie die Beamten mitteilten, bemerkten Polizistinnen und Polizisten auf ihrer Streife durchs Blackout-Gebiet am Sonntag gegen 21.30 Uhr einen Mann an einem Geldausgabeautomaten. Als der Verdächtige die Einsatzkräfte sah, rannte er zu einem nahen Auto und sprang hinein. Der Wagen brauste mit hoher Geschwindigkeit davon – während gleichzeitig ein weiterer Mann, der neben dem Auto gestanden hatte, zu Fuß flüchtete.
Die Beamten bekamen alle Verdächtigen zu fassen: Den 32-Jährigen, der weggerannt war, stellten sie ganz in der Nähe. Den Mann, der ins Auto gesprungen war, stoppten sie an der Zufahrt zur A115. Mit ihm im Wagen saßen zwei Komplizen. Alle drei Insassen im Alter von 27, 31 und 34 Jahren kamen ebenso wie der 32-Jährige ins Polizeigewahrsam.
Im Auto fanden die Polizisten eine Tasche mit Einbruchswerkzeugen, am Geldautomaten stellten sie deutliche Einbruchsspuren fest. Die Beamten sind sich daher sicher: Die vier Männer wollten den Automaten aufbrechen.
Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, sollen drei von ihnen Angehörige des Remmo-Clans sein. Ein Polizeisprecher wollte dies auf Nachfrage von t-online am Mittwoch weder bestätigen noch dementieren. Mehrere Angehörige der Großfamilie werden seit Jahren mit schweren Straftaten in Verbindung gebracht. Die jetzt Festgenommenen sollen Söhne von Clan-Oberhaupt Issa Remmo sein.
Alle Verdächtigen sind inzwischen wieder auf freiem Fuß. Die Staatsanwaltschaft sieht demnach weder Flucht- noch Verdunklungsgefahr. Die Polizei ermittelt in dem Fall weiter – und prüft auch mögliche Verbindungen zu anderen Fällen: Während der ersten Tage des Stromausfalls hatten bisher unbekannte Täter versucht, im Blackout-Gebiet noch einen weiteren Geldautomaten zu knacken. Außerdem zählten die Beamten bis Montag vier Fälle von versuchten Geschäftseinbrüchen. Keiner dieser Einbruchsversuche war erfolgreich.
Abgesehen von den gescheiterten Attacken auf Geldautomaten und Geschäfte hat die Polizei Berlin im Übrigen keinen signifikanten Anstieg der Kriminalität beobachtet: Die Zahl der Wohnungs- und Hauseinbrüche bewegte sich dem Sprecher zufolge auf Vorjahresniveau.