
Auf der anderen Seite steht Nielsen, der mit seinem rundlichen Gesicht und Körperbau wie das komplette Gegenteil aussieht. Doch Wolff bescheinigt seinem Kollegen, der drei Zentimeter kleiner, aber 15 Kilogramm schwerer als er ist, „phänomenale Fähigkeiten“ im Tor. „Er ist sehr explosiv, wird oft wegen seiner großen Statur unterschätzt, aber das ist absolut trügerisch. Er ist ein richtig guter Athlet, er ist unfassbar schnell und sein Stellungsspiel ist auch enorm“, lobte er seinen 28-jährigen Kontrahenten, der beim FC Barcelona unter Vertrag steht und im Sommer nach Veszprém (Ungarn) wechseln wird.
Sein Torwartspiel sei ruhig und abgeklärt. „Er hilft in jeder Phase des Spiels seiner Mannschaft. Er ist unglaublich gut darin, auch den Kopf auszuschalten und dann zu spüren, wo der Ball hingeht“, erklärte Wolff.
Dieses Gefühl hat der deutsche Europameister von 2016 im bisherigen Turnier aber auch. Wolff steht mit 57 Paraden und einer Abwehrquote von 34,55 Prozent an der Spitze der EM-Torhüter. Der Europäische Handball-Verband EHF postete eine Statistik-Übersicht auf der Plattform X unter der Überschrift: „König Wolff spielt in einer eigenen Liga.“ Nielsen liegt mit 45 gehaltenen Bällen auf Rang vier (Quote von 30,61 Prozent).
Wie es ist, sich in einen Rausch der Paraden zu spielen, spürte Nielsen ebenfalls am Samstagabend. Beim 36:31-Sieg der Dänen über Spanien wurde er dank seiner 14 Paraden zum Spieler des Spiels gewählt.
Und so wird auch am Montagabend der entscheidende Faktor sein, welcher Torhüter am besten spürt, wo die gegnerische Offensive die Bälle hinwirft.