„Auswilderung auf Bewährung“

Wolf nach Attacke in Hamburg wieder frei


Aktualisiert am 06.04.2026 – 14:03 UhrLesedauer: 2 Min.

Der vor einer Woche mitten in Hamburg eingefangene Wolf: Er wurde von einer Wildtierauffangstation in Niedersachsen in die Natur gebracht. (Quelle: Umweltbehörde Hamburg/dpa)

Der in Hamburg eingefangene Wolf ist eine Woche nach dem Angriff auf eine Frau wieder frei. Aber Jäger sollen ihn jederzeit aufspüren können.

Der Hamburger Wolf ist zurück in der Freiheit. Wie die Hamburger Umweltbehörde mitteilte, wurde das Tier bereits am Sonntagabend ausgesetzt. Es sei mit einem Sender ausgestattet worden, sodass sein Standort jederzeit nachvollzogen werden könne. So sei es Jägern jederzeit möglich, bei Bedarf kurzfristig einzugreifen. Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) sprach von einer „Auswilderung auf Bewährung“.

Das Jungtier hatte sich vor rund einer Woche nach Hamburg verirrt. Zwischen dem 28. und 30. März wurde es mehrfach gesichtet. Dann sei der Wolf am vergangenen Montag möglicherweise von einem Auto, einem Tier oder etwas anderem aufgeschreckt worden, erklärte die Umweltbehörde. In der Folge sei er vermutlich in eine Stresssituation geraten und losgerannt.

In einer Einkaufspassage im Stadtteil Altona attackierte der Wolf eine Frau und verletzte sie leicht, bevor er schließlich in der Hamburger Innenstadt in die Binnenalster sprang, wo ihn die Polizei einfangen konnte. Der Wolf kam zwischenzeitlich in eine Wildtierauffangstation in Niedersachsen, von wo er nun wieder weggebracht und freigelassen wurde. Wo genau das Tier ausgesetzt wurde, teilte die Umweltbehörde aus Tierschutzgründen nicht mit.

Die Auswilderung sei noch am Osterwochenende erfolgt, weil es möglichst zügig gehen sollte, sagte ein Sprecher der Umweltbehörde t-online. Es sei darum gegangen, dass sich der Wolf in der Auffangstation nicht zu sehr an Menschen und regelmäßige Fütterung gewöhnt. So lasse sich das Risiko eines weiteren Angriffs auf Menschen minimieren und der Wolf bleibe in der Natur überlebensfähig.

Umweltsenatorin Fegebank sprach von einer rechtssicheren Lösung, die die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger und das Tierwohl berücksichtige. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht und intensiv mit Expertinnen und Experten sämtliche Optionen abgewogen“, erklärte sie. Mit der Auswilderung beginne für den Wolf nun ein neues Leben.

Am Ostersonntag hatten sich rund 100 bis 150 Tierfreunde bei einer Mahnwache am Hamburger Jungfernstieg für eine Freilassung des Tieres starkgemacht. Einige von ihnen brachten ihre Hunde mit, andere trugen Schilder mit der Aufschrift „Lasst ihn zurück in seine Freiheit“, „Ich bin keine Trophäe“ oder „Der Wolf soll bleiben“.

Share.
Die mobile Version verlassen