Schon gewusst?

Dafür dient das kleine Loch in der Zapfpistole


14.04.2026 – 12:05 UhrLesedauer: 2 Min.

Blick auf das Ende der Zapfpistole: Das kline Loch hat eine wichtige Funktion. (Quelle: Alain Jocard/AFP/dpa/dpa-bilder)

Das bekannte „Klack“ am Ende des Tankvorgangs gehört für Autofahrer zum Alltag. Hinter dem automatischen Stopp steckt ein einfaches physikalisches Prinzip.

Wer regelmäßig ein Auto tankt, hat es vielleicht schon gesehen – oder bislang schlicht übersehen: ein kleines Loch an der Spitze der Zapfpistole. Es sitzt meist unterhalb der Öffnung, aus der der Treibstoff fließt. Es ist unscheinbar, doch extrem praktisch: Es entscheidet darüber, wann der Tankvorgang endet: Ein kurzes „Klack“, und die Zapfpistole schaltet ab.

Dahinter steckt kein Sensor und keine Elektronik, sondern ein mechanisches Prinzip. Es geht auf den US-Ingenieur Richard C. Corson zurück, der bereits in den 1930er-Jahren ein entsprechendes System entwickelte und 1943 patentieren ließ.

Während des Tankens wird der Kraftstoff durch eine Engstelle in der Zapfpistole geleitet. Dabei entsteht ein Unterdruck, der über einen schmalen Kanal bis zu der kleinen Öffnung an der Spitze geführt wird. Solange dort Luft angesaugt wird, bleibt das System im Gleichgewicht, der Kraftstoff fließt weiter. Steigt der Kraftstoff im Einfüllrohr bis zur Spitze der Zapfpistole, bedeckt er die Öffnung. Die Luftzufuhr bricht ab, der Druck verändert sich. Im Inneren reagiert darauf eine Membran, sie löst ein Ventil aus und stoppt den Fluss. Das „Klack“ markiert genau diesen Moment.

Wichtig zu wissen: Die Zapfpistole erkennt keinen „vollen Tank“. Sie reagiert ausschließlich auf das, was im Einfüllrohr passiert. Ob im Tank selbst noch Platz ist, spielt dabei keine Rolle. Deshalb endet der Tankvorgang manchmal früher als erwartet. Schaumbildung, ein ungünstiger Winkel der Zapfpistole oder ein enger Einfüllstutzen können dazu führen, dass der Pegel im Einfüllrohr schneller ansteigt. Der Vorgang stoppt dann, obwohl rechnerisch noch Kraftstoff in den Tank passen würde.

Viele Autofahrer versuchen in solchen Situationen, noch etwas nachzutanken. Genau das kann jedoch zum Problem werden: Moderne Fahrzeuge sind mit einem sogenannten EVAP-System ausgestattet. Es verhindert, dass Kraftstoffdämpfe in die Umwelt entweichen. Dafür werden sie in einem Aktivkohlefilter gespeichert und später dem Motor wieder zugeführt. Dieses System ist allerdings für Gase ausgelegt, nicht für Flüssigkeit.

Wird nach dem automatischen Abschalten weitergetankt, kann Kraftstoff in die Entlüftung gelangen und den Filter erreichen. Im ungünstigen Fall wird er beschädigt. Die Folgen reichen von Fehlermeldungen bis hin zu aufwendigen Reparaturen.

Share.
Die mobile Version verlassen