Mehrheit der Deutschen findet

In diesem Bereich sollten ARD und ZDF sparen


Aktualisiert am 03.05.2026 – 09:40 UhrLesedauer: 4 Min.

Florian Silbereisen: Seine Schlagershows im Ersten zählen wohl zu den bekanntesten ihrer Art. (Quelle: IMAGO/Christian Schroedter)

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist auf Sparkurs. Müssen bald auch Silbereisen und Zarrella zittern? Betrachtet man aktuelle Umfrageergebnisse, lautet die Antwort: Ja.

Der Reformstaatsvertrag trat im Dezember 2025 in Kraft. Neben dem Abbau von Doppelstrukturen und einzelnen Spartenprogrammen sieht die Reform auch vor, dass ARD, ZDF und Deutschlandradio enger zusammenarbeiten und Kosten senken. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von t-online würde es eine Mehrheit der Deutschen positiv bewerten, wenn dafür in den Bereichen Verwaltung und Unterhaltungsshows eingespart werden würde.

Auf die Frage „An welchen Bereichen sollten die öffentlich-rechtlichen Sender Ihrer Meinung nach am ehesten sparen?“ antworteten 71 Prozent mit „Verwaltung“, 64 Prozent wählten die Antwortmöglichkeit „Unterhaltungsshows (z. B. Schlager)“. Weitere Auswahlmöglichkeiten waren „Sportrechte“, wofür 44 Prozent stimmten, „Serien und Filme“ mit 14 Prozent sowie „Nachrichten“, wo in den Augen von zwölf Prozent der Abstimmenden gespart werden könnte. Am wenigsten Sparpotenzial sahen die Befragten im Bereich „Dokumentationen und Reportagen“: nur 4 Prozent.

Was die Verwaltungskosten angeht, ist eine deutliche Varianz abzulesen. Während die 18- bis 29-Jährigen der rund 5.000 Befragten zu 57 Prozent der Meinung sind, dass in diesem Bereich gespart werden sollte, sind es bei den 50- bis 64-Jährigen 76 Prozent. Dennoch überraschend ist die Forderung nach Sparmaßnahmen mit Blick auf die Gehälter der Intendantinnen und Intendanten nicht.

Wohl aber jene im Bereich der Unterhaltungsshows. Hier liegt die Zustimmung in allen Altersgruppen zwischen 60 und 67 Prozent. Dabei hört laut einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach aus dem April 2026 beinahe die Hälfte aller Deutschen gerne Schlager – auch samstagabends punkten Shows jenes Genres. Zwar lockte die „Giovanni Zarrella Show“ im Zweiten zuletzt am 25. April 2026 nur noch 2,88 Millionen Zusehende an, was einem Marktanteil von 15,2 Prozent entsprach. Dennoch zählt er zu den Aushängeschildern des Senders. Und: Das ZDF hält weiterhin an Giovanni Zarrella fest. Sein Vertrag wurde 2025 um drei weitere Jahre exklusiv verlängert.

Selbiges gilt für Florian Silbereisen und seine „Feste“-Shows im Ersten. Diese sind bis mindestens 2028 weiter geplant. Die Sendungen gehören nach verschiedenen Krimiformaten zu den reichweitenstärksten Sendungen im Ersten. Zuletzt schalteten immer noch mehr als vier Millionen Menschen ein. Dennoch befürwortet eine Mehrheit der Deutschen das Aus für Silbereisen, wie die von t-online beauftragte Civey-Umfrage ergab.

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