Trump versprach 185.000 neue Stellen

WM 2026 schafft offenbar kaum Jobs in den USA


Aktualisiert am 03.07.2026 – 05:39 UhrLesedauer: 3 Min.

Deutsche Fans feiern friedlich am Vorabend des Spiels gegen Ecuador auf dem Times Square. Trotz der Gäste aus dem Ausland hat es weniger neue Jobs bei Hotels und Restaurants gegeben. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Marc Schueler/imago)

Die Arbeitsmarktzahlen für den Mai mussten bereits nach unten korrigiert werden. Im Juni rutschen die Jobzahlen für den Freizeitbereich in ein dickes Minus.

Die Fußballweltmeisterschaft hat sich in den USA bislang kaum positiv auf dem Arbeitsmarkt im Tourismusbereich hinterlassen. Während im Juni nach Angaben des Büros für Arbeitsmarktstatistik die Zahl neuer Jobs insgesamt um 57.000 gestiegen ist, gab es im Bereich Hotels, Tourismus und Restaurants einen Rückgang. Im Juni zählte das Büro 61.000 weniger Arbeitsplätze.

Noch im Mai hatte es positive Signale gegeben. Zunächst wurden in der Tourismusbranche 70.000 neue Stellen gezählt, später wurde die Zahl auf 44.000 korrigiert. Experten von Goldman Sachs hatten deshalb auch für Juni mit einem Boom in den USA gerechnet. Doch der blieb aus, was Analysten überraschte.

Die Regierung von Donald Trump hatte mit 185.000 neuen Jobs während des World Cups gerechnet. Eine vom US-Präsidenten eingesetzte Taskforce ging davon aus, dass 17 Milliarden US-Dollar zusätzlich ins Bruttoinlandsprodukt der USA fließen werden.

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US-Präsident Donald Trump (li.) und Gianni Infantino, hier im Oval Office im vergangenen Jahr. Die WM sollte den USA auch wirtschaftlich etwas bringen, sagte der Präsident. (Quelle: IMAGO/imago-images-bilder)

Viele Jobs abgebaut

Die Freizeit- und Gastgewerbebranche hat laut dem US-Nachrichtenportal „Axios“ in den vergangenen drei Monaten durchschnittlich 9.000 Arbeitsplätze pro Monat abgebaut. In den zwölf Monaten zuvor hatte sie hingegen durchschnittlich 13.000 Arbeitsplätze pro Monat geschaffen.

James Knightley, Chefökonom für die USA bei der ING-Bank, bezeichnete laut der BBC den Freizeit- und Gastgewerbesektor in den Zahlen vom Donnerstag als „echten Schwachpunkt“. Er fügte hinzu, dass der Rückgang „eine große Überraschung“ sei, „da gerade die Weltmeisterschaft läuft und Bars und Veranstaltungsorte gut besucht sind“.

Knapp 4,6 Millionen Fans besuchten die Spiele der WM-Gruppenphase. Viele von ihnen sind Amerikaner, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Fußball in den USA ist zwar nicht so populär wie Baseball oder Football, aber die US-Bürger haben eine Vorliebe für große und wichtige Events. Es ist nicht so sehr Fußball an sich, den die Amerikaner lieben, sondern es sind Spitzenprodukte jeder Art. „Amerikaner wollen das Beste – und die Weltmeisterschaft ist das Nonplusultra“, sagte Dan Rascher, Sport-Ökonom an der Universität von San Francisco, der Agentur.

Expertin: Fragile Wirtschaftslage

„Viele hatten prognostiziert, dass zusätzliche Einstellungen erforderlich sein würden, um den Zustrom von Reisenden aus dem Ausland und aus den USA zu bewältigen, die in Scharen zu den WM-Austragungsorten strömten“, schrieb laut dem US-Nachrichtenportal „Axios“ Jim Baird von der US-Vermögensberatung Plante Moran Financial Advisors in einer Mitteilung. „Das ist entweder nicht eingetreten oder wurde durch Verluste in anderen Bereichen mehr als ausgeglichen.“

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