Teilnehmer gesucht

WM 2026: Smartwatch-Studie will „Fußballfieber“ messen


11.06.2026 – 11:47 UhrLesedauer: 2 Min.

Während der Fußball-WM fiebern viele am liebsten in der Gruppe mit (Symbolbild). (Quelle: AzmanL/getty-images-bilder)

Wie stark lässt die Fußball-WM das Herz höherschlagen? Ein neues Forschungsprojekt sucht Fans, die ihre Smartwatch-Daten für die Wissenschaft teilen.

Fußball kann Emotionen wecken wie kaum ein anderer Sport. Doch wie stark beeinflussen Tore, Niederlagen oder spannende Spielverläufe tatsächlich unseren Körper? Das will ein Forschungsteam der Universität Bielefeld während der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 genauer untersuchen – und sucht dafür Teilnehmer.

Wenn das Tor den Puls hochtreibt

Für die Studie werden Fußballfans verschiedener Nationalmannschaften gesucht, die eine Smartwatch oder einen Fitnesstracker tragen. Die Forscher möchten herausfinden, wie sich wichtige Spielereignisse auf Herzfrequenz, Stresslevel, Bewegung und Schlaf auswirken.

Besonders von Interesse ist, ob Fans unterschiedlicher Nationen auf dieselben Situationen unterschiedlich reagieren. So könnte etwa ein Tor der deutschen Nationalmannschaft bei deutschen Fans andere körperliche Reaktionen auslösen als bei Anhängern anderer Teams.

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Mitmachen per Smartwatch

Wer teilnehmen möchte, kann sich online registrieren und Angaben zu Nationalität, Wohnort und Lieblingsmannschaft machen. Außerdem sollen die Teilnehmer einschätzen, wie stark sie sich als Fan ihres Teams fühlen.

Während der Weltmeisterschaft erfassen die Forscher anonymisierte Daten der Smartwatch oder des Fitnesstrackers. Zusätzlich werden die Teilnehmer gefragt, welche Spiele sie verfolgt haben und ob sie diese etwa im Stadion, vor dem Fernseher, per Liveticker oder beim Public Viewing gesehen haben.

Unterstützt werden Geräte von insgesamt 13 Herstellern, darunter Apple, Garmin, Google und Samsung.

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Frühere Studie zeigte deutliche Effekte

Die neue Untersuchung baut auf einer Studie zum DFB-Pokalfinale 2025 auf. Damals wurden die Vitaldaten von 229 Fans des DSC Arminia Bielefeld ausgewertet.

Das Ergebnis: Stadionbesucher erreichten während des Spiels im Durchschnitt 94 Herzschläge pro Minute, Zuschauer vor dem Fernseher 79. Nach Toren lagen die Pulswerte im Stadion zeitweise sogar um bis zu 36 Prozent höher. Zudem stieg der gemessene Stresspegel bereits rund 14 Stunden vor dem Anpfiff an.

Emotionen unter Alltagsbedingungen

Nach Ansicht der Forscher bietet die WM ideale Bedingungen für die Untersuchung. Millionen Menschen erleben weltweit dieselben emotionalen Momente, von Jubel bis Enttäuschung.

Christiane Fuchs, Co-Projektleiterin und Leiterin der Data-Science-Gruppe an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld, erklärt: „Mit unserem Studiendesign machen wir sichtbar, wie eng kollektive Emotionen, sportliche Identifikation und körperliche Reaktionen miteinander verknüpft sind“. Solche Zusammenhänge ließen sich im Alltag deutlich realistischer erfassen als unter Laborbedingungen.

Interessierte können sich online für die Studie anmelden. Die übermittelten Gesundheitsdaten werden nach Angaben des Forschungsteams anonymisiert verarbeitet.

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