Wirtschaftsweise gegen Rabatte

Energiekrise: Deshalb fordert Grimm ein Tempolimit

03.04.2026 – 00:52 UhrLesedauer: 2 Min.

Veronika Grimm sieht ein Tempolimit als geeignete Maßnahme in der Energiekrise. (Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Ein Tempolimit sei besser als Tankrabatte, sagt die Ökonomin Veronika Grimm. Sie hält nichts von Rabatten.

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm schlägt angesichts der Energiekrise ein Tempolimit vor. „Das wäre kein Schaden – vielleicht sogar ein kluges Signal, damit die Menschen die Situation ernst nehmen“, sagte Grimm der „Rheinischen Post“ (Freitagsausgabe). Viele Länder des globalen Südens hätten schon einschneidende Maßnahmen wie eine Homeoffice-Pflicht und eine Einschränkung der Fahrzeugnutzung umgesetzt. „Je mehr wir verbrauchen, desto schlimmer trifft es letztlich diese Länder“, warnte Grimm.

Von anderen in Deutschland diskutierten Maßnahmen hält die Ökonomin nicht viel: „Die Regierung muss die Preise wirken lassen, damit die Energie-Nachfrage sinkt. Tankrabatte und Preisdeckel verzerren die Preise, sie sind der falsche Weg.“ Auch von einer Übergewinnsteuer hält Grimm „nichts“.

Angesichts der Preissteigerungen für Benzin und Diesel hat auch der Grünen-Co-Chef Felix Banaszak Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen vorgeschlagen, um den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren. „Ein befristetes Tempolimit reduziert sofort den Spritverbrauch, dämpft so die Preise und hilft solidarisch und unkompliziert allen, die im Beruf auf das Auto angewiesen sind“, sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag dem „Spiegel“.

„Wir brauchen jetzt grundlegende Maßnahmen, um die Menschen und die Unternehmen zu schützen – und das ohne ideologische Scheuklappen“, so Banaszak. Er schlug zudem vor, das 9-Euro-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr wiederzubeleben. „Mindestens für die Dauer des Kriegs würde es Millionen Menschen den temporären Umstieg auf die Öffentlichen erleichtern“, so der Grünen-Politiker. Er verstehe nicht, „dass das nicht mal diskutiert wird“.

Er schlug zudem vor, das 9-Euro-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr wiederzubeleben. „Mindestens für die Dauer des Kriegs würde es Millionen Menschen den temporären Umstieg auf die Öffentlichen erleichtern“, so der Grünen-Politiker. Er verstehe nicht, „dass das nicht mal diskutiert wird“.

Die USA und Israel hatten am 28. Februar gemeinsame Luftangriffe auf den Iran begonnen. Der Iran greift seitdem mit Raketen- und Drohnen Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion an. Der Iran hält zudem die Straße von Hormus weitestgehend blockiert – durch die strategisch wichtige Meerenge verläuft normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports. Seither sind unter anderem die Rohölpreise stark gestiegen.

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