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Montag, Mai 23, 2022

Staatsanwaltschaft klagt Ex-Wirecard-Manager Markus Braun an

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Medienberichten zufolge erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den früheren Wirecard-Chef Markus Braun. Die Ermittler werfen ihm und zwei weiteren Managern gewerbsmäßigen Betrug, Untreue und andere Delikte vor.

Die Staatsanwaltschaft München I erhebt Anklage gegen Markus Braun, den ehemaligen Chef des inzwischen insolventen Zahlungsdienstleisters Wirecard. Das berichtet das “Handelsblatt”. 

Die Ermittler beschuldigten ihn des gewerbsmäßigen Bandenbetrugs, der Veruntreuung von Konzernvermögen, Bilanzfälschung sowie Manipulation des Wirecard-Aktienkurses. Mit Braun sollen auch Oliver Bellenhaus, früherer Wirecard-Manager in Dubai, und Stephan von Erffa, ehemaliger Chefbuchhalter und Vizefinanzvorstand, angeklagt sein, so das “Handelsblatt”. Lesen Sie hier, wie es zum Wirecard-Skandal kommen konnte. 

Die Sache liegt jetzt bei der vierten Strafkammer des Landgerichts München I, die entscheiden muss, ob sie einen Prozess aufnehmen will. Diese Entscheidung wird im Sommer erwartet, ein Prozess könnte dann im Herbst starten. Sollte es zu einem Prozess und einer Verurteilung kommen, drohen den Männern bis zu 10 Jahre Haft.

Vom Vorzeige-Manager in die Untersuchungshaft

Wirecard galt als Erfolgsgeschichte, als Aufsteiger der deutschen Wirtschaft. Doch im Juni 2020 kam der große Zusammenbruch: Es fehlten 1,9 Milliarden in der Bilanz, die Aktie des damaligen Dax-Konzerns fiel rasant. Auch das Image des ehemaligen Vorzeige-Chefs Markus Braun war angeschlagen. Mittlerweile sitzt er in Augsburg-Gablingen in Untersuchungshaft. 

Der “Westdeutsche Rundfunk” und die “Süddeutsche Zeitung” hatten bereits vor zwei Wochen über Dokumente berichtet, die bei einer möglichen Anklage eine Rolle spielen könnten. Dabei ging es um einen Polizeibericht über einen Geldkreis, in dem Braun eingebunden gewesen sein soll. Das andere Dokument ist eine Schadensersatzklage gegen sechs frühere Vorstandsmitglieder, die im Auftrag des Insolvenzverwalters Michael Jaffé eingereicht wurde.

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