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Samstag, Mai 28, 2022

Öl- oder Gasheizung auf Wärmepumpe umstellen

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Die Öl- und Gaspreise steigen unaufhörlich. Alternative Heizmethoden sind daher sehr gefragt. Eine Möglichkeit ist die Wärmepumpe. Wie teuer ist eine Umrüstung? Und geht das überhaupt so leicht?

Es gibt gleich mehrere Gründe, weshalb immer mehr Hauseigentümer einen Austausch ihrer Öl- oder Gasheizung in Erwägung ziehen:

  • Die Energiepreise – besonders im Bereich Gas und Öl – steigen zunehmend, sodass eine warme Wohnung scheinbar bald zum Luxusgut wird.
  • Angesichts der Klimakrise und der CO2-Bepreisung wird aus erneuerbaren Energien hergestellte Wärme immer attraktiver.
  • Ab 2026 gelten neue Vorgaben für Ölheizungen – eine Umstellung könnte sich eher rentieren als ein Austausch.

Ökologischere Heizmethoden, mit denen Sie teilweise autark von steigenden Energiepreisen sind, gibt es viele (Mehr dazu erfahren Sie hier). Vor allem die Wärmepumpe scheint dabei eine lukrative Option zu sein. Doch wann lohnt sich der Austausch?

Kosten für die Wärmepumpe

Wärmepumpe mit Erdwärmesystem (Quelle: KangeStudio/Getty Images)

Die Wärmepumpe zieht ihre Energie aus unterschiedlichen Energiequellen: Die Wärme der Umgebungsluft, der Erde oder des Grundwassers. Je nachdem welchen Bereich die Heizalternative anzapft, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein – beispielweise Erdschächte, Brunnen oder ausreichend Platz für einen Standort vor dem Gebäude (Mehr dazu erfahren Sie hier).

Je nachdem wie aufwendig die Umbaumaßnahmen sind, fallen auch die Kosten für die Installation einer Wärmepumpe unterschiedlich hoch aus. Mit staatlicher Förderung sollten Sie mit Ausgaben zwischen 10.000 und 20.000 Euro rechnen. Darin enthalten sind die Kosten für das Grundgerät (zwischen 7.000 und 15.000 Euro), für die Installation und das Zubehör (zwischen 2.000 und 18.000 Euro) sowie die Kosten für den Einbau. Hinzu kommen möglicherweise Kosten für den Austausch der Heizkörper oder Leitungen. 

Info
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrollen bezuschusst die Sanierung von Wohngebäuden. Der Zuschuss kann dabei bis zu 35 Prozent betragen. Informieren Sie sich vor der Anschaffung der Wärmepumpe, ob Sie die Zuschüsse erhalten können und stellen Sie den Antrag rechtzeitig. Zusätzlich können Sie sich von den Energieberatern der Verbraucherzentrale beraten und unterstützen lassen. 

Kosten für die Entsorgung der alten Öl- und Gasheizung

Nicht nur die Anschaffung der neuen Heizung ist teuer. Zusätzlich fallen auch Kosten für die Entsorgung der Öl- oder Gasheizung an, die ausgetauscht werden soll.

Bei einer Ölheizung wird zuerst das Restöl im Tank durch einen Fachbetrieb entsorgt. Anschließend erfolgt der Kesselabbau beziehungsweise die Kesselentsorgung. Die Kosten hierfür können sich je nach Modell auf bis zu 3.400 Euro summieren – beispielsweise bei Erdtanks. Batterietanks schlagen mit bis zu 1.700 Euro zu Buche. Teilweise ist in den Entsorgungskosten die Tankölreinigung durch den Fachbetrieb enthalten. Andernfalls wird hierfür ebenfalls eine Gebühr erhoben. 

Öltanks im Einfamilienhaus: Das Entsorgen der Behälter kostet Geld. (Quelle: imago images/Rolf Poss)Öltanks im Einfamilienhaus: Das Entsorgen der Behälter kostet Geld. (Quelle: Rolf Poss/imago images)

Übrigens: Auch die Kosten für die Entsorgung der alten Ölheizung werden staatlich bezuschusst. Beispielsweise als sogenannte Umfeldmaßnahme durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Insgesamt – also plus Anschaffung eines energieeffizienten Heizsystems – können Hauseigentümer mit bis zu 40 Prozent staatlicher Förderungen rechnen.

Info
Alte Heizungen für
• gasförmige und flüssige Brennstoffe,
• die älter als 30 Jahre sind,
• nicht auf Brennwert- oder Niedertemperaturtechnik beruhen,
• Konstanttemperaturtechnik verwenden und
• eine Nennleistung von vier bis 400 kW haben,
müssen ausgetauscht werden. Diese Austauschpflicht ist im Gebäudeenergiegesetz (GEG) – §§10,72 – festgelegt, Mehr dazu erfahren Sie hier.

Die Entsorgung von Gasheizungsanlagen ist etwas günstiger. Je nach Modell sollten Sie mit bis zu 2.000 Euro rechnen. Der Vorteil ist, dass die Entsorgung des Altöls sowie die Reinigung des Tanks entfällt. Einige Anbieter von Heizungssystemen bieten eine kostenlose Entsorgung des Altgeräts beim Kauf eines neuen an – ähnlich wie bei Elektrogroßgeräten oder Matratzen. 

Laufende Kosten

Intelligente energiesparende Heizung mit Outdoor-Reset-Control (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/ser_igor)Intelligente energiesparende Heizung mit Outdoor-Reset Control (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/ser_igor)

Eine Wärmepumpe gilt zwar als effizient, umweltschonend und günstige Heizmethode, allerdings fallen auch bei ihr nach der Anschaffung weiterhin Kosten an. Denn sie benötigt Strom. Die Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe ist dabei davon abhängig, ob Sie sie für die Heizung oder Warmwasserbereitung nutzen. So liegt die Jahresarbeitszahl (JAZ) zwischen 2,4 und 4,5 für Warmwasser und 2,8 und 4,8 für die Heizung. Die Stromkosten hierfür liegen bei etwa 800 Euro pro Jahr. Einige Energieversorger bieten einen speziellen Wärmepumpentarif an. Die Kosten für die Kilowattstunde sind dabei günstiger. 

Tipp
Am besten setzen Sie auf ein Hybridmodell, wie beispielsweise Solar-Hybrid mit Erdwärme- beziehungsweise Luftwärmepumpe oder Holzpelletheizung mit Luftwärmepumpe oder Luft- beziehungsweise Erdwärmepumpenhybrid mit Abluft-Wärmenutzung. So können Sie kleine mögliche Versorgungsengpässe überbrücken. 

Weiterhin entstehen Kosten durch die regelmäßige Wartung. Diese sollte mindestens alle zwei Jahre – besser einmal jährlich – erfolgen. Für den Einsatz des Experten können bis zu 100 Euro pro Wartung anfallen. 

Zusätzlich können Sie einen Pufferspeicher für Wärmepumpen installieren. Er ist nur in Ausnahmefällen nötig. Ein Energieberater erklärt Ihnen vor Ort, ob Sie ein derartiges Zusatzsystem benötigen. Die Kosten für den Wärmepumpen-Pufferspeicher können bis zu 2.000 Euro betragen.

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