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Montag, August 15, 2022

Bundesnetzagentur befürchtet Gasstopp aus Russland

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Wirtschaftsminister Robert Habeck hatte am Donnerstag deutlich gemacht, dass er ein vollständiges Ausbleiben russischer Gaslieferungen durch Nord Stream befürchtet. Es drohe ab dem 11. Juli “eine Blockade von Nord Stream 1 insgesamt”, sagte der Grünen-Politiker. Deswegen könne es im Winter wirklich problematisch werden. Die Gasversorgung über den Sommer sei gewährleistet. Am 11. Juli beginnen jährliche Wartungsarbeiten von Nord Stream, die in der Regel zehn Tage dauern. Dann fließt kein Gas durch Nord Stream 1. Die große Sorge ist, dass Russland nach der Wartung den Gashahn nicht wieder aufdreht.

Bericht: Habeck will Gasunternehmen schnelle Preiserhöhungen ermöglichen

Nach einem Bericht der “Bild”-Zeitung will Habeck Gasunternehmen ermöglichen, gestiegene Preise schneller auf die Verbraucher umzulegen. In einem der Zeitung vorliegenden Gesetzentwurf heiße es, dass die Firmen den Zeitpunkt, zu welchem eine Preisanpassung an den Kunden weitergereicht wird, abweichend von den vertraglich vereinbarten Zeitpunkten kürzer wählen könnten. Den Kunden würde dafür im Gegenzug ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt, sie könnten dann einen anderen Vertrag abschließen. Fraglich ist, ob dies eine Erleichterung bringt, wenn alle Gasfirmen die Preise anziehen.

Grünen-Chef Omid Nouripour geht davon aus, dass die Bundesregierung die steigenden Preise durch weitere Entlastungsmaßnahmen für die Bürger abfangen muss. “Gerade im Herbst und Winter werden die Heizkosten voraussichtlich stark steigen. Und dann werden wir auch über Entlastungen sprechen”, sagt Nouripour dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

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Kommunen warnen vor Kettenreaktion bei Gasversorgern

Am Donnerstag war berichtet worden, dass der Konzern Uniper bereits Staatshilfen beantragt hat. Anlass seien die stark gestiegenen Gaspreise und die reduzierten Liefermengen aus Russland infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Der Energieversorger Uniper hatte seine Ergebnisprognosen für das laufende Jahr wegen der eingeschränkten Gaslieferungen aus Russland kassiert und erklärt, mit der Bundesregierung über Stabilisierungsmaßnahmen zu sprechen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Angesichts der Turbulenzen beim größten deutschen Gasversorger Uniper hat der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vor einer Kettenreaktion gewarnt, die auch die Stadtwerke erfassen könnte. Es sei “gut und richtig”, dass die Bundesregierung bei Uniper handlungsbereit sei, sagte VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing der “Rheinischen Post” (Samstag). “Was jetzt dringend folgen muss, ist eine Anpassung des Energiesicherungsgesetzes mit besseren Instrumenten, um die Preisspirale zu dämpfen und die Versorgungssicherheit zu erhalten”, betonte Liebing.

Henkel überlegt Homeoffice zum Gassparen

Der Konsumgüterhersteller Henkel erwägt, vorübergehend wieder mehr Homeoffice einzuführen, um Gas zu sparen. “Wir könnten dann die Temperatur in den Büros stark herunterfahren, während unsere Beschäftigten zuhause im normalen Umfang heizen könnten”, sagte Henkel-Chef Carsten Knobel der “Rheinischen Post” (Samstag).

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