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Samstag, Mai 28, 2022

Aktien Europa Schluss: Deutliche Anfangsverluste eingedämmt

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PARIS/LONDON (dpa-AFX) – Die europäischen Aktienmärkte haben aufgrund des anhaltenden Krieges in der Ukraine einen schlechten Wochenstart erwischt. Händlern zufolge belasteten die verschärften Sanktionen gegen Russland und die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts vor allem die Bankenwerte. Allerdings berappelten sich die Börsen im Handelsverlauf von ihren anfänglich massiven Verlusten und schlossen mit mehr oder weniger moderaten Abgaben.

Der EuroStoxx 50 sackte am Montagvormittag um bis zu 3,7 Prozent ab, erholte sich jedoch im späten Handel im Zuge einer ähnlichen Reaktion an der Wall Street. Letztlich verlor der Leitindex der Eurozone 1,17 Prozent auf 3924,23 Punkte. Der französische Cac 40 büßte 1,39 Prozent auf 6658,83 Punkte ein. Für den britischen FTSE 100 ging es um 0,42 Prozent auf 7458,25 Punkte nach unten. Hier stützten vor allem die überwiegend festeren Rohstoffaktien.

“Die Unsicherheit an der Börse ist deutlich spürbar. Mit der Kombination aus Krieg inklusive der Drohungen mit dem Einsatz von Nuklearwaffen, einer historisch hohen Inflation und Befürchtungen eines Kollapses des Finanzsystems mussten sich die meisten Anleger noch nicht wirklich beschäftigen”, bemerkte Analyst Konstantin Oldenburger von CMC Markets. Von einer Panik könne aber keine Rede sein, betonte er.

Der Bankensektor litt unter dem Ausschluss vieler russischer Banken aus dem Finanz-Kommunikationssystem Swift. So verloren die Aktien von BNP Paribas, Intesa Sanpaolo, Banco Santander und ING zwischen 4,3 und 8,0 Prozent. Damit waren sie die Schlusslichter im EuroStoxx-50-Index.

Wegen der konjunkturellen Unwägbarkeiten und der gestiegenen Energiepreise standen auch zyklische Sektoren wie die Autowerte unter Druck. Besser hielten sich dagegen defensive Branchen, allen voran die Versorger. So stieg die Aktie des Schwergewichts Iberdrola um 2,6 Prozent. Die Abhängigkeit von russischem Erdgas und die stark gestiegenen Preise für fossile Energien hatten am Wochenende Diskussionen über die Versorgungssicherheit verstärkt. So könnten Laufzeiten für Kohlekraftwerke verlängert werden.

Ölwerte tendierten dagegen trotz des Ölpreisanstiegs schwächer. Hier belasteten die Verluste des Schwergewichts BP, das um 4,0 Prozent nachgab. Der Konzern trennt sich von seinen Anteilen am russischen Ölunternehmen Rosneft, was angesichts des Einbruchs der russischen Börse zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt geschieht. BP hatte seit 2013 einen Anteil von 19,75 Prozent der Rosneft-Aktien gehalten. Britischen Medienberichten zufolge gab BP mit dem Schritt Druck aus der Regierung in London nach.

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