Wird Trump den Powell-Nachfolger nennen?

Neue Zinspause der Fed?

Die nächste Woche könnte entscheidend sein

Aktualisiert am 23.01.2026 – 14:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Jerome H. Powell, Vorsitzender der US-Zentralbank: Die Finanzmärkte blicken mit Spannung auf den kommenden Zinsentscheid. (Quelle: IMAGO/CNP / MediaPunch/imago)

In der nächsten Woche dürfte die Fed die Zinsen nicht wieder senken. Das könnte den US-Präsidenten wieder verärgern.

Mit Spannung blicken die Investoren an den Finanzmärkten zum Monatsende auf die US-Notenbank Federal Reserve. Stärker als der Zinsentscheid am Mittwoch, bei dem die Fed wohl alles beim Alten belassen wird, steht derzeit die Spitzenpersonalie bei der Zentralbank im Fokus: US-Präsident Donald Trump könnte zeitnah zur Sitzung das gut gehütete Geheimnis lüften, wer dem noch bis Mai amtierenden Fed-Chef Jerome Powell nachfolgen soll.

Trump liefert sich eine Art Privatfehde mit Powell. Der ist sogar ins Visier der US-Justiz geraten und sieht darin einen Vorwand, ihn zinspolitisch unter Druck zu setzen. Investoren rätseln, ob die unabhängige Notenbank unter neuer Führung stärker in den Bann des US-Präsidenten geraten wird, der kräftige Zinssenkungen sehen will.

„Der mittelfristige Zinsausblick dürfte auch maßgeblich von der Neubesetzung des Fed-Vorsitzenden abhängen“, meinen die Experten der Deutschen Bank um den Chefvolkswirt Deutschland, Robin Winkler. Sie sehen den früheren Fed-Direktor Kevin Warsh und den Wirtschaftsberater Trumps, Kevin Hassett, in der engeren Wahl. Beide seien Vertreter einer expansiven Geldpolitik: „Die laufende Untersuchung des US-Justizministeriums gegen Powell hat jedoch dazu geführt, dass einflussreiche republikanische Senatoren die Nominierung eines neuen Vorsitzenden blockieren wollen, was die Neubesetzung deutlich erschweren und verzögern dürfte“, so die Einschätzung der Experten.

Neben Hassett und Warsh hatten auch Fed-Direktor Christopher Waller und der Blackrock-Manager Rick Rieder im Weißen Haus als Kandidaten für den Top-Job bei der Fed vorgesprochen. Vielleicht schon in der letzten Januarwoche könne Trump seine Entscheidung bekannt geben, sagte US-Finanzminister Scott Bessent jüngst in einem CNBC-Interview. „Es würde uns nicht überraschen, wenn diese Ankündigung zeitnah mit der kommenden Notenbanksitzung erfolgt – und möglicherweise einige Überraschungen bereithält“, erklärte Christian Scherrmann, Chefvolkswirt USA beim Vermögensverwalter DWS.

Der US-Präsident hat erklärt, dass Powells Nachfolger seinen Vorstellungen folgen müsse. Er wolle, dass der Neue die Zinsen senke, wenn es dem Markt gut gehe. Die Inflation werde sich selbst regeln. Die Fed hatte den Leitzins im Dezember auf die Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent gesenkt. Sie begründete dies mit Schwächesignalen vom Arbeitsmarkt und deutete zudem eine Pause ihres Lockerungskurses an.

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