Der Erfolg aber habe eine Voraussetzung: „Wir müssen diesen Weg gemeinsam gehen und nicht gegeneinander“, sagte Merz. „Das heißt, dass wir die sehr deutschen Reflexe des ständigen Schlechtredens, die parteipolitischen Spielchen, auch das Hoffen auf den einen großen Befreiungsschlag jetzt einmal hinter uns lassen und dass wir nicht auf den großen Tag, auf den großen Big Bang hoffen, sondern dass wir einfach unsere Arbeit machen.“
Wenn die Arbeit allerdings nicht getan werde, sagte Merz, „wenn wir nicht gut genug sind, dann wird es genau diesen Big Bang geben“. Der werde bei der Wahl am 20. September dann aber anders ausfallen, als sich das der eine oder andere vorstelle.
Spitzenkandidat Peters: „Teuerste Tierquälerei der Geschichte“
Der CDU-Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern, Daniel Peters, hatte die AfD zuvor in seiner Rede ebenfalls deutlich kritisiert. Die politische Mitte werde von ihr attackiert „durch eine Sprache der Wut und das Vorgaukeln scheinbar einfacher Antworten“, die keine einzige Fabrik halten und keinen Arbeitsplatz schaffen würden. „AfD ist für mich Wohlstandsverlust par excellence.“ Er sei zutiefst davon überzeugt, dass die Mehrheit, die anständigen Leute im Land, keine Lust auf Experimente von links oder rechts hätten.
Peters kritisierte in seiner Rede auch die amtierende Landesregierung von Ministerpräsidentin Schwesig mehrfach deutlich. Der Rettungsversuch des Wals „Timmy“ sei die „teuerste Tierquälerei in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ gewesen, sagte Peters. Aber „im System Schwesig passiert das, was immer passiert: nämlich nichts“.
Die Umfragewerte, sagte Peters, seien für eine „stolze Volkspartei nichts, womit wir uns zufrieden geben“. Das sei nicht alles nur die Schuld der anderen, er überprüfe sich auch selbst. Zugleich kritisierte er Schwesig und ihre SPD dafür, sich im Wahlkampf auf den Zweikampf mit der AfD zu konzentrieren. Den „großen Ablenkungsbluff“, also das „Ich oder die?“, das werde man ihr „nicht durchgehen lassen“. Es gehe um die Frage, wohin sich das Land entwickle.
Peters stellte sich derweil ausdrücklich hinter Bundeskanzler Merz. Der Idee, den Kanzler auszutauschen, erkläre er „eine glasklare Absage“, sagte er. Merz spreche die Wahrheit aus und werde dafür zum Teil ausgebuht. Der „große Reformeifer“ des Kanzler werde vom Koalitionspartner SPD „an allen Ecken und Enden ausgebremst“. Da wünsche er sich auch „stärkere Kritik von unseren Leuten“.
