Kein Comeback für Wir sind Helden
Stimmstörung: Judith Holofernes kann nicht mehr singen
12.03.2026 – 18:27 UhrLesedauer: 2 Min.
Ihre Stimme war einst ihr Werkzeug. Heute kann Judith Holofernes nicht mehr damit arbeiten. Nun sprach sie offen über ihre Krankheit.
Jahrelang stand Judith Holofernes als Frontfrau von Wir sind Helden auf den Bühnen des Landes. Dann erkrankte sie im Jahr 2017 schwer. Was folgte, veränderte ihr Leben grundlegend. In der ZDF-Sendung „Volle Kanne“ sprach sie offen über ihre Stimmstörung. „Ich kann seit acht Jahren nicht mehr singen“, sagte Holofernes dort. Und weiter: „Ich kann nicht mehr mit meiner Stimme arbeiten.“
Der Grund für die Stimmstörung ist nicht offiziell geklärt. Holofernes vermutet eine Meningitis als Auslöser. Die Störung sei neurologischer Natur und habe trotz verschiedener ärztlicher Behandlungen bis heute angehalten. Bereits bei ihrem Auftritt in der VOX-Show „Sing meinen Song“ im Jahr 2019 sei ihre Stimme merklich brüchiger gewesen als zuvor.
„Ich musste meine Solo-Karriere, die ich auch sehr geliebt habe, sozusagen abbrechen“, sagte sie in der ZDF-Sendung. Ihre letzte Tour habe sie nicht mehr wie geplant zu Ende spielen können: „Das war sehr traurig.“ Inzwischen habe sie eine „halbwegs entspannte Haltung“ zu ihrem Handicap gefunden. Sie probiere vieles aus, versuche dabei aber „nicht zu krampfen“.
Für ihre Band Wir sind Helden bedeutet das das endgültige Aus, auch wenn die Band nie offiziell aufgelöst wurde. Die Gruppe hatte Anfang der 2000er-Jahre mit Songs wie „Guten Tag“ und „Denkmal“ große Erfolge gefeiert, bevor sie sich 2012 zurückzog. „Wir haben uns nie offiziell aufgelöst, weil wir es zu harsch fanden, aber wir haben einfach nie wieder was gemacht“, erklärte Holofernes.
Beschäftigt ist die zweifache Mutter dennoch. Mit ihrem früheren Bandkollegen Sebastian „Pola“ Roy hat sie zwei Kinder. Außerdem widmet sie sich nun anderen Projekten. „Gott sei Dank kann ich schreiben und habe damit viel Spaß“, sagte sie. Finanziert wird das Ganze über Crowdfunding: „Ich habe einen Haufen von Mäzenen, die mir von drei Euro bis X Euro Geld geben im Monat und dafür unterschiedliche Bespaßungen kriegen.“ Sie produziert Podcasts, schreibt Essays und gestaltet Postkarten.
Zuletzt erschien ihr autobiografisches Buch „Hummelhirn“, in dem sie über ihre Kindheit und ihre Familie schreibt, darunter das Aufwachsen mit ADHS in den späten 1970er- und frühen 1980er-Jahren. Die offizielle Diagnose erhielt Holofernes erst mit Mitte 40.
