WHO-Konferenz

Herzstück des Pandemie-Vertrags fehlt

Aktualisiert am 18.05.2026 – 15:49 UhrLesedauer: 2 Min.

Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), spricht während der Eröffnung der 79. Weltgesundheitsversammlung. (Quelle: Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa/dpa-bilder)

Ebola-Alarm im Kongo, Streit um einen Pandemie-Vertrag: Warum der WHO-Chef von gefährlichen Zeiten spricht. Für ihn ist es die letzte Amtszeit.

In angespannten Zeiten hat in Genf die Weltgesundheitsversammlung begonnen. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, sagte bei der Eröffnung des WHO-Jahrestreffens: „Wir leben in schwierigen, gefährlichen und von Spaltung geprägten Zeiten.“

Die WHO hatte in der Nacht zu Sonntag wegen eines Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo eine Notlage von internationaler Tragweite erklärt. Ansteckungsrisiken gibt es vor allem im Kongo und den Nachbarländern. Die Gefahr einer Ausbreitung nach Europa gilt als gering.

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Wichtiges Element des Pandemie-Vertrags fehlt

Das wichtigste geplante Unterfangen bei dieser Konferenz findet mangels Einigung der mehr als 190 WHO-Mitgliedsstaaten nicht statt: Eigentlich sollte das Herzstück des Pandemie-Vertrags, ein System namens Pabs (Pathogen Access and Benefit-Sharing System), verabschiedet werden. Die Abkürzung bedeutet auf deutsch: Zugangs- und Vorteilsausgleich für Krankheitserreger. Das soll unter anderem regeln, wie Länder kompensiert werden, die einen bei ihnen aufgetauchten Erreger teilen, damit dagegen Impfstoffe und Medikamente entwickelt werden können.

Die Verhandlungen wurden vor Kurzem ohne Einigung vertagt. Länder des Nordens mit Pharmaindustrien haben andere Interessen als Länder des Südens. „Ich bin zuversichtlich, wenn sich alle etwas bewegen, dass man zueinander kommt“, meinte Warken. Pabs soll nun spätestens bei der nächsten Gesundheitsversammlung in einem Jahr verabschiedet werden.

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Der Pandemie-Vertrag selbst wurde ohne Pabs im vergangenen Jahr zwar beschlossen. Die Ratifizierung in den einzelnen Ländern kann aber erst beginnen, wenn er vollständig ist.

WHO-Chef in letzter Amtszeit – Nachfolge aus Deutschland?

WHO-Chef Tedros ist in seiner zweiten und letzten Amtszeit. Bewerbungen für seine Nachfolge können eingereicht werden. Es könnte auch einen deutschen Kandidaten geben. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sagte in Genf, mehrere Länder hätten sich entsprechend geäußert. Die Bundesregierung werde sich dazu in den kommenden Wochen eine Meinung bilden. Tedros Amtszeit läuft bis August 2027.

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