Wilder Elefant tötet mindestens 22 Menschen

Alarm in Nordindien

Wilder Elefant tötet mindestens 22 Menschen


19.01.2026 – 01:36 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Indische Elefant und sein Lebensraum sind bedroht. (Quelle: Indiapicture/imago-images-bilder)

Ein junger Elefantenbulle verbreitet in Nordindien Angst und Schrecken. Seit Anfang Januar hat das aggressive Tier bereits 22 Menschen in kleinen Dörfern getötet.

In Indien hat ein wilder Elefant eine große Suchaktion ausgelöst: Mindestens 22 Menschen wurden im Bundesstaat Jharkhand im Nordosten des Landes durch das Tier getötet. Die Angriffe auf Menschen, vorwiegend in kleinen Dörfern in den Wäldern des West-Singhbhum-Distrikts, begannen Anfang Januar. Das Tier konnte den örtlichen Behörden zufolge bislang nicht eingefangen werden, wie die britische BBC und der „Guardian“ berichten.

Der junge Elefant, offenbar ein Bulle mit nur einem Stoßzahn, der von seiner Herde getrennt wurde, irrt den Berichten zufolge vorwiegend nachts durch die Orte. Dort hat er wiederholt Bauern attackiert, die auf ihren Feldern oder vor ihren Scheunen schlafen, um ihre Ernte zu bewachen.

Das erste Opfer sei ein 35-jähriger Mann im Dorf Bandijhari am 1. Januar gewesen, berichtete BBC. Seitdem wurden unter anderem ein Ehepaar mit seinen zwei kleinen Kindern, die sechs und acht Jahre alt waren, und ein Mitarbeiter der Forstbehörde von dem Tier zu Tode getrampelt oder tödlich verletzt.

Der Leiter des Forstamts erklärte laut dem britischen „Guardian“, man gehe davon aus, dass ein junger Elefantenbulle von seiner Herde getrennt worden und daraufhin „extrem aggressiv“ geworden sei. Womöglich befinde er sich in der Brunstzeit, die bis zu 20 Tage andauert. Elefantenbullen sind in dieser Zeit durch ihren erhöhten Testosteronspiegel besonders gefährlich.

Mehr als 100 Mitarbeiter der Forstbehörde versuchen demnach, das Tier aufzuspüren. Es seien bereits mehrere Versuche unternommen worden, den Bullen zu betäuben, die jedoch bisher alle gescheitert seien. Der Elefant legt demnach fast 30 km pro Tag zurück. Seine Bewegungen sollen jedoch erratisch und unberechenbar sein. Die Region wurde in höchste Alarmbereitschaft versetzt, und die Bewohner des Bezirks Chaibasa, wo der Elefant zuletzt gesichtet wurde, wurden gewarnt, sich von den Waldgebieten fernzuhalten und nachts nicht aus den Häusern zu gehen.

In den vergangenen fünf Jahren sind laut „Guardian“ in Indien mehr als 2.800 Menschen bei tödlichen Begegnungen mit Elefanten ums Leben gekommen. Die Vorfälle nehmen offenbar zu – das ist auch darauf zurückzuführen, dass die Lebensräume für die Tiere durch Entwaldung und zunehmende Besiedelung durch Menschen knapp werden. Etwa zehn Prozent der Gebiete, die einst sichere Wanderrouten für die Elefanten gewesen seien, existierten laut dem „Guardian“-Bericht nicht mehr.

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