Studie zu Stresshormon
So viel Sport kann den Cortisolspiegel langfristig senken
21.04.2026 – 16:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Regelmäßiger Ausdauersport kann Stress messbar verringern. Eine neue Studie zeigt, wie viel Bewegung den Cortisolwert langfristig senkt.
Kann Sport helfen, den Spiegel des Stresshormons Cortisol auf lange Sicht zu verringern? Um diese Frage zu klären, untersuchten Forscher über ein Jahr hinweg, wie sich regelmäßige Bewegung auf den Körper auswirkt – und kamen zu einem eindeutigen Schluss: Wer sich pro Woche über eine bestimmte Zeit bewegt, hat langfristig niedrigere Cortisolwerte. Nachzulesen sind die Ergebnisse im Fachmagazin „Journal of Sport and Health Science“.
An der Studie nahmen insgesamt 130 Erwachsene im Alter von 26 bis 58 Jahren teil. Eine Gruppe absolvierte ein Jahr lang jede Woche 150 Minuten Ausdauersport mit moderater bis hoher Intensität. Dazu zählen etwa zügiges Gehen, Radfahren oder Joggen. Die andere Gruppe erhielt nur allgemeine Gesundheitstipps und änderte ihr Bewegungsverhalten nicht.
Im Laufe des Jahres erfasste das Team verschiedene Werte. Dazu gehörten die körperliche Fitness, die Aktivität des Nervensystems sowie der Cortisolspiegel.
Cortisol ist ein körpereigenes Hormon, das in den Nebennieren produziert wird und eine zentrale Rolle bei der Stressreaktion spielt: Es hilft, kurzfristig Energie bereitzustellen, indem es den Blutzuckerspiegel erhöht, das Immunsystem vorübergehend dämpft und den Körper in Alarmbereitschaft versetzt.
Darüber hinaus wird Cortisol täglich in einem natürlichen Rhythmus ausgeschüttet und ist wichtig für Funktionen wie den Schlaf-Wach-Zyklus und den Stoffwechsel. Auch Gedächtnis und Stimmung hängen mit Cortisol zusammen. Problematisch wird es erst, wenn der Cortisolspiegel über längere Zeit dauerhaft erhöht bleibt, etwa durch chronischen Stress.
Die Ergebnisse fielen deutlich aus: Teilnehmer, die regelmäßig 150 Minuten pro Woche trainierten, zeigten am Ende niedrigere Cortisolwerte als zu Beginn. Dieser Effekt trat langfristig auf und blieb über die Dauer der Studie bestehen.
Anhaltend hohe Cortisolwerte gelten als bedenklich. Sie stehen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen wie Diabetes und psychischen Erkrankungen in Verbindung. Regelmäßige Bewegung könnte somit eine wichtige Schutzfunktion übernehmen.
Studienleiter Peter J. Gianaros erklärt: „Körperliche Aktivität könnte über ihre langfristige Wirkung auf den Cortisolspiegel zu den Faktoren zählen, die vor verschiedenen Erkrankungen und auch vor psychischen Belastungen schützen.“ Er betont jedoch, dass weitere Forschung nötig sei, um diesen möglichen Schutzeffekt vollständig zu verstehen.
