
Herkunftsnachweis bei Bankgeschäften
Wie viel Bargeld dürfen Sie einzahlen?
Aktualisiert am 30.04.2024Lesedauer: 4 Min.
Wer viel Bargeld einnimmt und es auf sein Konto einzahlen will, könnte Probleme mit der Bank bekommen – wenn der Betrag zu hoch ist.
Gebrauchtwagen werden gern mit Bargeld bezahlt, auch wertvoller Schmuck, alte Möbel und seltene Sammlerstücke. Der Schnellimbiss an der Ecke hat seit Jahren kein Kartenlesegerät, und die gewerbliche Vermietung eines Zimmers an Touristen wird ebenfalls stets in bar beglichen – im Laufe der Zeit sammelt sich so ein Bargeldbestand an, der je nach Fall der Besteuerung unterliegt oder nicht. Wer das Geld auf sein Konto einzahlen möchte, kann ab einem bestimmten Betrag von der Bank zur Herkunft des Geldes befragt werden – aus guten Gründen.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat die Aufgabe, sicherzustellen, dass illegal erlangtes Geld, sogenanntes Schwarzgeld, nicht in den bargeldlosen Zahlungsverkehr eingeschleust wird.
Schwarzgeld ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für steuerpflichtige Einkünfte, die dem Finanzamt und damit dem Staat vorenthalten werden, um Steuern zu hinterziehen. Sie stammen beispielsweise aus schweren Straftaten, aber auch aus freiberuflichen Tätigkeiten, sogenannter Schwarzarbeit. Erfahren Sie hier mehr zum Thema Schwarzgeld und Geldwäsche.
Das unversteuerte oder auf kriminellen Wegen eingenommene „schmutzige“ Geld kann nicht einfach so auf ein Konto eingezahlt werden, ohne dass die Bank Verdacht schöpfen würde. An dieser Stelle haben die Banken eine zentrale Rolle.
Sie kontrollieren die Bargeldeingänge und sind verantwortlich für das Geld, das in den legalen Finanzkreislauf eingebracht wird. Ihre Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass nur legal erlangtes Bargeld bei ihnen eingezahlt wird. Jede Bank darf innerhalb der gesetzlichen Regelung selbst festlegen, welche Maßnahmen ergriffen werden, um die legale Herkunft des Bargeldes zu ermitteln.
Um Geldwäschern die illegale Bareinzahlung zu erschweren, müssen alle Banken gleich hohe Sicherheitsstandards einhalten, die von der BaFin überwacht werden. Alle Banken in Deutschland sind seit dem 9. August 2021 aufgrund einer Richtlinie der BaFin über Auslegungs- und Anwendungshinweise zum Geldwäschegesetz (GwG) für Banken verpflichtet, folgende Maßnahmen zu ergreifen:
In der Praxis versuchen Banken, auf elektronischem Wege die Bargeldeinzahlungspraktiken ihrer Kunden zu erkennen. Sollten Kunden beispielsweise probieren, mit Einzahlungen mehrerer Teilbeträge die maximale Obergrenze zu umgehen, liegt es im Ermessen der Banken, ob ein Nachweis eingefordert wird oder nicht. Es wird also nicht immer nur die Ersteinzahlung gewertet, sondern es erfolgt die Bewertung des Gesamtbildes über einen längeren Zeitraum.
Falls Sie als Privatkunde bei Ihrer Bank mehr als 10.000 Euro einzahlen wollen, können Sie unter anderem folgende Herkunftsnachweise verwenden: