
Tierwissen
Wie und wo überwintern Schnecken?
26.11.2025 – 13:03 UhrLesedauer: 2 Min.
Schnecken überstehen Frost erstaunlich gut – doch nicht alle Arten schaffen es. Wo sie Schutz finden und was sie dort schützt, überrascht.
Im Spätherbst verschwinden die meisten Schnecken scheinbar spurlos aus Gärten und Beeten. Doch sie gehen keineswegs verloren. Sie suchen Schutz vor Frost, Trockenheit und Fressfeinden. Für viele Gartenbesitzer stellt sich die Frage, wie diese Tiere den Winter überstehen und ob ihre Eier den Frost überleben. Hinter diesem natürlichen Rückzug steckt ein faszinierendes Anpassungsverhalten, das je nach Art unterschiedlich ausfällt.
Schnecken überwintern, indem sie sich vor Kälte und Austrocknung schützen, oft in einer Winterruhe oder Kältestarre.
Die meisten Landschnecken, wie die Weinbergschnecke, graben sich im Herbst ein Erdloch oder eine Höhle und verschließen ihr Schneckenhaus mit einem kalkhaltigen Sekret, das an der Luft zu einem durchlässigen Kalkdeckel (Epiphragma) erstarrt. Dieser Deckel schützt sie vor Frost, ohne dass sie ersticken, da er nicht völlig luftdicht ist.
Weitere beliebte Überwinterungsorte sind Erdhöhlen unter dem Herbstlaub, in Moos oder in Holzstapeln, wo sie vor Frost und Austrocknung geschützt sind. Auch Nacktschnecken können sich im frostfreien Boden verkriechen.
Während der Winterruhe senken sie ihren Stoffwechsel und ihre Körperfunktionen stark ab, um Energie zu sparen. Die Schnecken verlieren dabei etwa 10 bis 15 Prozent ihres Gewichts, können aber sogar sehr niedrige Temperaturen überstehen, einige Arten bis zu -40 Grad. Nach dem Winter erwachen sie hungrig und dehydriert und beginnen wieder aktiv zu werden.
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Einige Schneckenarten überwintern oberirdisch, wobei sie sich meist gut geschützt im Laub, unter Büschen oder zwischen Pflanzenresten verkriechen. Besonders manche Weinbergschnecken (Helix pomatia) können sich auch oberirdisch „verdeckeln“ und bleiben im Laub unter Büschen, Hecken oder im lichten Wald liegen. Diese Schutzschicht isoliert sie vor Frost.
Zudem gibt es Nacktschneckenarten wie die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris) und die Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum), die oberirdisch in Bodennähe oder im Laub überwintern, wobei man sie gelegentlich auch bei milden Temperaturen aktiv beobachten kann. Sie nutzen oft geschützte Stellen im Garten wie Holzstapel, Laub oder dichtes Moos.
Die Dauer der Winterruhe variiert je nach Schneckenart und klimatischen Bedingungen. Bei der Weinbergschnecke (Helix pomatia) und verwandten Gehäuseschnecken, die eine ausgeprägte Kältestarre durchführen, dauert die Winterruhe typischerweise etwa vier bis sechs Monate. Sie beginnt bei sinkenden Temperaturen im Herbst und dauert bis zum Frühling.
Andere Arten, wie mediterrane Weinbergschnecken-Verwandte ( Cornu aspersum) oder die Singschnecke, haben kürzere oder weniger ausgeprägte Winterruhen. Entscheidend sind die klimatischen Bedingungen und der Lebensraum.
Nacktschnecken haben oft eine mehrere Monate dauernde Winterruhe, vergraben sich jedoch meist nur oberflächlich im Boden oder schützen sich oberirdisch im Laub. Diese Gattungen sind anfälliger für Frostschäden.
Wasserschnecken wiederum zeigen eine andere Strategie und bleiben während des Winters oft in schützenden Wasserschichten aktiv, wenn diese nicht zufrieren.










