Wie Smartphone-Nutzung im Auto gestoppt werden soll

Strafen und KI-Technik

Wie Handysündern Einhalt geboten werden könnte

Aktualisiert am 26.01.2026 – 08:16 UhrLesedauer: 3 Min.

So ist es derzeit erlaubt: Das Handy steckt in der Halterung und wird nur kurz vom Fahrer beachtet. (Symbolbild) (Quelle: Jan Woitas/dpa/dpa-bilder)

Bei einer Tagung diskutieren in den kommenden Tagen Fachleute über das Thema. Verschiedene Vorschläge liegen bereits auf dem Tisch.

Kurz eine E-Mail lesen, eine Nachricht beantworten oder das Lied wechseln: Derartige Ablenkungen können das Unfallrisiko erheblich erhöhen. Zahlen aus der Forschung zeigten: Wer während der Fahrt Nachrichten tippe, erhöhe das Unfallrisiko um das Sechsfache, sagte die Chef-Unfallforscherin im Gesamtverband der Versicherer, Kirstin Zeidler. 2023 habe aber trotzdem knapp jeder Vierte zumindest ab und an während der Fahrt Nachrichten oder E-Mails verschickt, wie aus einer Umfrage der Versicherer-Unfallforschung hervorgehe. Gibt es also Möglichkeiten, den Verkehr in diesem Bereich sicherer zu machen?

Härtere Strafen als Abschreckung schlägt etwa Unfallforscher Siegfried Brockmann von der Björn-Steiger-Stiftung vor. Denn: Festgestellt würden diese Vergehen nur äußerst selten, weil sie schwer zu erkennen seien. Denkbar sei etwa ein deutlich höheres Bußgeld. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch Unfallforscherin Zeidler. Sie spricht sich für zwei Punkte statt eines Punktes für das Fahreignungsregister aus.

Auch neuartige Blitzer könnten helfen. Sogenannte Monocams können erkennen, wenn Autofahrer ihr Handy in der Hand halten. Zeidler spricht sich für einen bundesweiten Einsatz des Systems aus, auch wenn es nicht alle Vergehen erkennt. Der ADAC befürwortet die Technik laut einer Mitteilung ebenfalls: „Nur wenn das Entdeckungsrisiko hoch genug ist, entfalten Sanktionen eine abschreckende Wirkung“. Der Deutsche Anwaltverein mahnt dabei an, dass es eine sichere Rechtsgrundlage brauche, unter anderem mit Blick auf den Datenschutz.

Erfahrungen mit den Monocams gibt es bereits in Rheinland-Pfalz. Dort ist laut dem dortigen Innenministerium der Handy-Blitzer seit April im Raum Trier im Einsatz. Auch für die übrigen Regionen des Bundeslandes wurden inzwischen Monocams beschafft, die bald eingesetzt werden sollen. Die Kamera filmt Autofahrer von erhöhten Positionen, wie etwa Autobahnbrücken. Schilder am Straßenrand weisen darauf hin. Erkennt die Künstliche Intelligenz des Systems ein Handy in der Hand, wird ein Foto gespeichert. Polizisten überprüfen später, ob tatsächlich eine illegale Handynutzung vorliegt.

Bei einem ersten Test des Systems 2022 seien an 88 Tagen mehr als 1.200 Verstöße festgestellt worden, von April bis November weitere 950. „Diese gefährlichen Verstöße waren bislang schwer nachzuweisen“, sagte der Innenminister des Bundeslandes, Michael Ebling (SPD). Die Monocam sorge für mehr Sicherheit und könne Menschenleben schützen. Das Bundesland erhofft sich dadurch eine abschreckende Wirkung.

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