Trockene Augen
Kontaktlinsen: So lindern Sie Beschwerden
Aktualisiert am 17.04.2026 – 07:45 UhrLesedauer: 3 Min.
Trockene, juckende Augen kennen viele Kontaktlinsenträger. Doch das Brennen in den Augen muss nicht sein. Wie Sie Ihre Augen vor dem Austrocknen schützen.
Lange Bildschirmarbeit, trockene Heizungsluft, Klimaanlage: All das kann zu trockenen Augen führen. Besonders Kontaktlinsenträger kennen das Brennen, Reiben und Tränen der Augen. Im Verlauf des Tages nehmen die Beschwerden meist zu. Ein Augenexperte verrät Tipps, mit denen Sie das Tragegefühl Ihrer Linsen verbessern können.
Zwei Ursachen für trockene Augen
Dem Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e. V. (BVA) zufolge hat etwa ein Fünftel aller Menschen, die einen Augenarzt aufsuchen, trockene Augen. Damit gehört das trockene Auge zu den häufigsten Augenbeschwerden. Es gibt zwei Ursachen:
- Die Tränendrüsen bilden zu wenig Tränenflüssigkeit.
- Die Zusammensetzung des Tränenfilms ist aus dem Gleichgewicht geraten.
„Bei etwa 80 Prozent der Betroffenen produzieren die Talgdrüsen der Augen zu wenig Lipide. Der Tränenfilm verdunstet zu schnell“, weiß Professor Gerd Geerling, Direktor der Augenklinik des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) und Leiter des Ressorts Trockenes Auge und Oberflächenerkrankungen im Berufsverband der Augenärzte Deutschland e. V. (BVA).
Warum Kontaktlinsen trockene Augen verstärken
Ist das Auge gut befeuchtet, „schwimmt“ die Kontaktlinse auf dem Tränenfilm. Ist nicht ausreichend oder qualitativ schlechte Tränenflüssigkeit vorhanden, reißt die schützende Schicht auf. Die Kontaktlinse reizt das Auge. Rötungen, Tränen, Juckreiz und Brennen sind die Folge. Der Tragekomfort ist dann erheblich eingeschränkt. Viele Betroffene berichten von einem unangenehmen Fremdkörpergefühl.
Hinzu kommt, dass weiche Kontaktlinsen selbst Feuchtigkeit benötigen, um nicht auszutrocknen. Es kann unter Umständen zu einem „Schwamm-Effekt“ kommen. Die Linse entzieht dem Auge zusätzlich Tränenflüssigkeit. „Dies können Sie vermeiden, indem Sie beim Tragen von Kontaktlinsen die Augen mit befeuchtenden Augentropfen unterstützen“, sagt Geerling. „Auch sollten Sie Kontaktlinsen regelmäßig wechseln. Tageslinsen sollten Sie entsprechend täglich austauschen, Monatslinsen alle vier Wochen.“
Zur Person
Professor Dr. med. Gerd Geerling ist Facharzt für Augenheilkunde, Direktor der Augenklinik des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD und )Mitglied der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft.
Nicht mit Kontaktlinsen schlafen
Abends und in der Nacht ist die Bildung von Tränenflüssigkeit vermindert. Das begünstigt trockene Augen. Dann kann es passieren, dass die Linse unangenehm auf dem Auge „klebt“. Der beste Augen-Tipp für abends: Kontaktlinsen raus und Brille an. Dann können sich die Augen erholen.
Experten raten davon ab, mit Kontaktlinsen zu schlafen. Lässt man die Linsen über Nacht auf dem Auge, ist das am Morgen meist unangenehm. Die Augen sind verklebt, gerötet und brennen. Neben dem Risiko für Sauerstoffmangel und Reizungen ist auch die Gefahr für Infektionen erhöht. Ein trockenes Auge wehrt Keime schlechter ab.
Sorgsame Hygiene ist ein Muss
Die Aufbewahrung von Monatslinsen in Kontaktlinsenflüssigkeit über Nacht hat zudem wichtige hygienische Gründe: Die Linsen werden desinfiziert und Proteine aus dem Tränenfilm sowie andere Ablagerungen können sich lösen. Unzureichende Hygiene ist dem BVA zufolge der Hauptgrund für eine schlechte Verträglichkeit von Kontaktlinsen sowie Komplikationen.
