Sehprobleme im Dunkeln

Wie macht sich Nachtblindheit beim Autofahren bemerkbar?


Aktualisiert am 29.05.2026 – 07:50 UhrLesedauer: 2 Min.

Mit Nachtblindheit kann Autofahren nachts oder in der Dämmerung riskant sein. (Quelle: ollo/getty-images-bilder)

Bei Nachtblindheit wird Autofahren im Dunkeln zum Risiko für andere und einen selbst. Welche Anzeichen typisch sind und wann ein Arztbesuch ratsam ist.

Nachts Auto fahren zu müssen, empfinden bereits viele Menschen mit normaler Nachtsicht als stressig: Im Vergleich zu tagsüber verschlechtert sich das Sehen und die entgegenkommenden Scheinwerfer blenden. Trotzdem können sich die Augen an die Dunkelheit bis zu einem gewissen Grad anpassen. Bei Menschen mit echter Nachtblindheit (Nyktalopie) gelingt das nicht – sie sehen selbst nach längerer Zeit weiterhin extrem schlecht im Dunkeln.

  • Nachtblindheit vs. normal: Wie unterscheidet sich das Sehen?

Nachtblindheit: Was ist das?

Das Auge besitzt zwei Arten von Sinneszellen: Zapfen und Stäbchen. Diese liegen in der Netzhaut, welche die Rückwand des Augapfels auskleidet. Die Zapfen ermöglichen das Farbsehen bei (Tages-)Licht, während die Stäbchen für das Hell-Dunkel- beziehungsweise Schwarz-Weiß-Sehen bei schwachem Licht zuständig sind.

Zwar können die Stäbchen keine Farben erkennen, sind jedoch besonders lichtempfindlich. Dank ihnen lassen sich bei Dunkelheit beziehungsweise wenig Licht immerhin Grautöne und Umrisse erkennen. Das klappt jedoch nicht sofort – gesunde Augen benötigen etwa 25 Minuten, um sich nach einem Wechsel von Licht zu Dunkelheit vollständig anzupassen.

Bei Menschen mit Nachtblindheit passen sich die Augen hingegen kaum oder gar nicht an die Dunkelheit an. Das heißt, auch nach längerer Zeit bleibt das Sehen unvermindert schlecht, denn bei den Betroffenen funktionieren die Stäbchenzellen nicht richtig. Eine echte Nachtblindheit kommt jedoch nur selten vor. (Mehr zu den möglichen Ursachen und welche Gründe eine schlechte Nachtsicht noch haben kann, lesen Sie hier.)

Hemeralopie = Nyktalopie?

Oft wird der Begriff Hemeralopie fälschlicherweise als Synonym für Nachtblindheit verwendet. Tatsächlich bezeichnet dieser medizinisch genau das Gegenteil. Bei einer Nachtblindheit (Fachausdruck: Nyktalopie) liegt eine eingeschränkte Sehfähigkeit bei Dunkelheit oder schwachem Licht vor, die mit einer Funktionsstörung der Stäbchen zusammenhängt. Bei einer Hemeralopie handelt es sich hingegen um eine Tagblindheit, also eine Sehschwäche bei Tageslicht oder heller Beleuchtung, die meist auf einer Schädigung der Zapfen beruht.

Nachtblindheit: Typische Anzeichen beim Autofahren

Personen mit Nachtblindheit sehen tagsüber in der Regel ganz normal. Bei Dunkelheit oder in der Dämmerung treten allerdings starke Probleme auf, die sich selbst nach einer gewissen Zeit nicht bessern. Verkehrsschilder, Fußgänger, Gegenstände oder andere Fahrzeuge werden leicht übersehen. Selbst Umrisse sind im Dunkeln kaum erkennbar. Vor allem nach einem schnellen Wechsel von Hell zu Dunkel sind die Sehprobleme stark, etwa beim Einfahren in einen Tunnel.

Liegt eine echte Nachtblindheit vor, steigt daher im Dunkeln die Unfallgefahr, denn Betroffene können auf Hindernisse oder unerwartete Situationen nicht schnell genug reagieren. Solange tagsüber jedoch keine raschen Hell-Dunkel-Wechsel zu erwarten sind, ist Autofahren im Allgemeinen gefahrlos möglich.

Share.
Die mobile Version verlassen