
Nur wenige Hundert Kalorien
Reis und Bohnen: Wie gefährlich ist die Dschungel-Diät?
Aktualisiert am 27.01.2026 – 14:25 UhrLesedauer: 2 Min.
Im Dschungelcamp müssen die Stars mit sehr wenig Essen auskommen – dies führt zu einem großen Kaloriendefizit. Wie gefährlich kann das für den Körper sein?
Die Dschungelcamp-Teilnehmer müssen sich nicht nur durch harte Prüfungen kämpfen und sich das Bett mit Krabbeltieren teilen. Vor allem der Mangel an Essen macht vielen Campern zu schaffen. In der aktuellen Staffel gibt es seit Tagen nur Reis und Bohnen. Doch was macht ein Kaloriendefizit über längere Zeit mit dem Körper? t-online hat dazu mit Ernährungsmedizinerin Daniela Kielkowski gesprochen.
Jeder Mensch hat einen ganz individuellen Grundumsatz an Kalorien – so bezeichnet man den Bedarf an Kalorien, den man fürs „Nichtstun“ benötigt. Mehr als die Hälfte unseres täglichen Kalorienbedarfs geht aufs Konto von Herz, Kreislauf und inneren Organen. Der Grundumsatz beträgt bei einem 80 Kilogramm schweren Mann rund 1.900 Kilokalorien, bei einer 60 Kilogramm schweren Frau immerhin noch 1.300 Kilokalorien.
Je nach körperlicher Tätigkeit erhöht sich der gesamte Kalorienbedarf. Dabei ist der Gesamtumsatz eines Bauarbeiters, der den ganzen Tag schwere körperliche Arbeit leistet, höher als bei einem Büroangestellten.
Ob und wie schädlich eine geringe Kalorienzufuhr wie beispielsweise im Dschungelcamp ist, hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: der Zeitspanne und dem Stoffwechsel der einzelnen Person. Kielkowski zufolge ist die Zeit im Dschungelcamp viel zu kurz, um den Teilnehmern körperlich zu schaden. „Das ist durchaus körperlich machbar, wenn man gesund und fit ist.“ Menschen seien schon viel längere Zeit ohne Essen ausgekommen – etwa in Kriegsgefangenschaft. „Der Körper kann sparen und auch mit weniger Kalorien zurechtkommen.“
Trotzdem kann eine sehr geringe Kalorienzufuhr Auswirkungen haben – vor allem kognitiver Art. Kielkowksi erklärt, dass Reis und Bohnen nur sehr wenig Nährstoffe und Proteine haben. Durch den Nahrungsentzug und die fehlenden Nährstoffe gerät der Stoffwechsel unter Stress, „und dies wird die Stresshormone im Blut ansteigen lassen, vor allem Cortisol.“
Im Dschungelcamp sind die Teilnehmer nicht nur dem Stress durch Nahrungsentzug ausgesetzt, sondern auch psychosozialem Stress. Dadurch ändert sich Kielkowski zufolge auch das Fühlen und Denken der Dschungelstars – weg vom rationalen, strukturierten Denken und hin zu emotionalem bis affektgesteuerten Denken. Allerdings geht jeder unterschiedlich mit Stress um. Die Expertin erklärt, dass neben der Ernährung auch die Resilienz und das Selbstbewusstsein eine große Rolle spielen.
Wer seinen Ekel für die tierischen Nahrungsmittel in den Dschungelprüfungen überwinden kann, hat laut Kielkowski die größten Siegeschancen. Denn so unappetitlich Stierhoden und Co. auch sein mögen – sie besitzen Nährstoffe, Proteine und Fette. „Damit bekommen Sie sehr gute Energie, und der Stoffwechsel unterliegt weniger Stress.“