Wie eine gestörte innere Uhr das Demenzrisiko erhöht

Innere Uhr aus dem Takt

Wer so schläft, verdoppelt sein Demenzrisiko


05.01.2026 – 17:12 UhrLesedauer: 3 Min.

Demenz: Verschiedene Prozesse im Gehirn führen zu einem vorzeitigen Absterben von Nervenzellen. (Quelle: AlexanderFord/getty-images-bilder)

Wer dauerhaft gegen seine innere Uhr lebt, riskiert womöglich mehr als nur Müdigkeit. Denn unregelmäßige Schlaf- und Aktivitätsmuster sind mit einem deutlich erhöhten Demenzrisiko verbunden.

Die innere Uhr des Körpers, auch zirkadianer Rhythmus genannt, steuert viele Körperfunktionen – vom Schlaf über die Verdauung bis hin zum Hormonhaushalt. Ist sie gestört, kann das gravierende Folgen haben, wie eine neue Studie aus den USA zeigt. Demnach entwickeln Menschen, die ihre Aktivitäts- und Schlafenszeiten oft von äußeren Einflüssen bestimmen lassen, häufiger eine Demenz als solche mit stabilen Abläufen. Die Studie wurde kürzlich in der Fachzeitschrift „Neurology“ der American Academy of Neurology veröffentlicht.

Für die Untersuchung analysierten die Forscherinnen und Forscher Daten von 2.183 älteren Erwachsenen, die im Durchschnitt 79 Jahre alt waren und zu Beginn keine Demenz hatten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer trugen kleine Messgeräte für die Herzaktivität auf der Brust, die über zwölf Tage hinweg Aktivitäts- und Ruhephasen aufzeichneten.

Dabei fanden sie heraus, dass sich die Probanden in drei Gruppen einteilen ließen: in Menschen mit einer starken, einer mittleren und einer schwachen inneren Uhr.

Bei einem starken zirkadianen Rhythmus ist die innere Uhr optimal auf den 24-Stunden-Tag abgestimmt und sendet klare Signale an die Körperfunktionen. Menschen mit einem starken zirkadianen Rhythmus halten sich in der Regel an ihre gewohnten Schlaf- und Aktivitätszeiten, selbst bei Änderungen des Tagesablaufs. Bei einem schwachen zirkadianen Rhythmus ist die innere Uhr leichter gestört. Menschen mit einem schwächeren Rhythmus haben unregelmäßige Schlaf- und Aktivitätszeiten, da sie dazu neigen, sich stärker äußeren Einflüssen anzupassen, wie Änderungen des Tagesablaufs oder den Jahreszeiten.

In den darauffolgenden drei Jahren erkrankten 176 Personen an Demenz. Dies verglichen die Wissenschaftler mit den Daten zur inneren Uhr der Probanden und berücksichtigten dabei auch Faktoren wie Alter, Blutdruck und Herzerkrankungen.

Das Ergebnis: Menschen mit schwacher innerer Uhr wiesen ein 2,5-fach erhöhtes Demenzrisiko auf im Vergleich zu Menschen mit starker innerer Uhr. Die Forscher fanden außerdem heraus, dass Menschen, die erst am Nachmittag (ab 14 Uhr) richtig aktiv wurden, ein um 45 Prozent höheres Demenzrisiko hatten als Personen, die früher am Tag aktiv waren.

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