Wie ein Obdachloser mit der Kälte umgeht

Häufig passiert es nämlich, dass obdachlose Menschen Füße und Hände verlieren, wenn sie konsumieren und die Kälte nicht spüren. Das weiß auch Sünje Hansen. Sie leitet die Bahnhofsmission am Zoologischen Garten. Gerade für Menschen, die suchtkrank sind und die den Alkohol- oder Drogenkonsum nicht unter Kontrolle haben, sei dies ein großes Problem. „Das sind Menschen, die nicht selbstständig in der Lage sind, sich zu kümmern“, sagt sie.

Sie bittet die Berliner daher, zu reagieren, wenn sie im Winter einen bedürftigen obdachlosen Menschen sehen. Wichtig sei es, die betroffene Person zunächst zu fragen, ob sie etwas braucht. Ansonsten könne man ihr etwa einen heißen Tee oder eine Wärmflasche anbieten sowie auf Hilfsangebote hinweisen. (Wie Sie obdachlosen Menschen darüber hinaus im Winter helfen und auf sie zugehen können, lesen Sie hier.)

Die Bahnhofsmission verteilt im Winter und insbesondere bei Minusgraden laut Hansen neben Schlafsäcken, warmen Klamotten und Essen insbesondere Einlegesohlen aus Lammfell oder Handwärmer. Außerdem öffnet sie mehrfach täglich ihre Türen.

Wegen der ungewöhnlich niedrigen Temperaturen können betroffene Menschen an diesem Wochenende erstmals sogar über Nacht in der Bahnhofsmission bleiben. Es steht laut Hansen eine begrenzte Anzahl an Plätzen zur Verfügung. Sie nennt das ein Pilotprojekt.

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