Eine Automarke will es wissen

Schwierige Rückkehr nach Deutschland


Aktualisiert am 02.10.2026 – 20:29 UhrLesedauer: 5 Min.

Dan Aykroyd und Ernie Hudson in "Ghostbusters": Sie fuhren in dem Filmhit einen Cadillac – nun will die Automarke in Deutschland wieder Fuß fassen.

Dan Aykroyd und Ernie Hudson in „Ghostbusters“: Sie fuhren in dem Filmhit einen Cadillac – nun will die Automarke in Deutschland wieder Fuß fassen. (Quelle: Mary Evans/AF Archive/Columbia/imago-images-bilder)

Cadillac startet in Deutschland neu – mit Elektro-SUVs statt Chrom und V8. Nun geht die Marke vermehrt Partnerschaften mit lokalen Händlern ein.

Noch ist es ruhig im Autohaus Kramm in Französisch Buchholz, einer beschaulichen Ecke im Norden Berlins. Am Abend sollen mehr als 70 Gäste zur Eröffnung des neuen Cadillac-Verkaufsstandorts kommen. Eines der Modelle in der Ausstellung: das Oberklasse-SUV Vistiq. 5,21 Meter lang, drei Sitzreihen, vollelektrisch.

Fürs Foto stellt sich Gerald Kelleter neben den Vistiq. Als Country Manager für Deutschland soll er dafür sorgen, dass die Deutschen Cadillac kaufen. Nur muss er ihnen dafür eine Marke neu erklären, die sie längst zu kennen glauben.

Heckflossen, Musikvideos und Modern Talking

Cadillac gehört zu jenen Automarken, bei denen allein der Name Bilder hervorruft. Gewaltige Straßenkreuzer, viel Chrom, noch mehr Blech. Die monumentalen Heckflossen eines Eldorado von 1959, der zum Geisterjäger-Auto umgebaute Cadillac aus „Ghostbusters“. Jahrzehnte später das SUV Escalade. Oder auch einfach „Geronimo’s Cadillac“ von Modern Talking.

Cadillac Eldorado Biarritz Convertible von 1959: Solche Modelle haben das Bild von Cadillac geprägt. (Quelle: HERITAGE CLASSICS)

„Cadillac ist eine der Marken, die am häufigsten in Musikvideos auftauchen“, sagt er. Es gebe sogar eine Spotify-Playlist dazu. Kelleter erzählt von der langen Geschichte der Marke, vom V8 und den Besonderheiten: „Für mich ist Cadillac schon immer markantes Design gewesen“, sagt er. „Die Autos fallen im Straßenbild auf.“

Dann schiebt er hinterher: „Muss man ehrlich sagen: derzeit noch nicht so in Deutschland, aber da arbeiten wir natürlich dran.“ Cadillac ist in Deutschland eine große Marke in den Köpfen – und eine sehr kleine auf den Straßen.

Cadillac Escalade: 1998 kam die Baureihe erstmals auf den Markt. Heute ist sie bis zu 5,70 Meter lang.

2024 begann die Marke ihre Rückkehr auf den deutschen Markt. 2025 wurden hierzulande 94 Cadillac neu zugelassen, im Jahr zuvor waren es 175 gewesen. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 kamen gerade einmal 26 Cadillac-Modelle neu auf die Straßen. Und das wiederum waren mehrheitlich (17 Exemplare) Escalade-Modelle mit Verbrennungsmotor, die gar nicht zum offiziellen Lieferprogramm von General Motors Germany gehören, sondern über die Importgesellschaft AECSV ins Land kommen.

Marken brauchen Emotionen

Kelleter macht keinen Versuch, daraus bereits eine Erfolgsgeschichte zu erzählen. Wer eine bekannte Marke mit neuen Produkten in einen Markt bringen wolle, müsse sie trotzdem zunächst aufbauen und emotionalisieren, sagt er.

Cadillac wurde 1902 gegründet. In Autos der Marke ließen sich US-Präsidenten chauffieren, sie bevölkerten Hollywood-Filme und haben sich tief in der Popkultur festgesetzt. Nur ist der Cadillac, den Kelleter heute verkaufen will, ein anderer. Das aktuelle deutsche Angebot besteht aus Elektro-SUVs. Optiq, Lyriq, Lyriq-V und Vistiq heißen die vier Modelle.

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