Internet der Zukunft
Was ist Glasfaser? Wie das Surfen mit Lichtwellen funktioniert
Aktualisiert am 28.03.2026 – 08:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Moderne Internetleitungen setzen auf Glasfaser. Aber wie funktioniert diese Technik und warum lohnt sich der Wechsel? Ein Überblick.
Die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit von Internetverbindungen hat in den letzten Jahren rapide zugenommen. Allerdings gibt es bei der klassischen Kupferleitung physikalische Grenzen, die zunehmend zum Problem werden.
Provider setzten daher immer häufiger auf Glasfaser. Aber was ist Glasfaser überhaupt und wo liegt der Unterschied zu DSL? Hier die Erklärung.
Das ist die Besonderheit beim Glasfaser-Anschluss
Im Gegensatz zur klassischen Kupferleitung für DSL-Anschlüsse werden Informationen bei der Glasfaser nicht als elektrische Signale, sondern in Form von Lichtwellen übertragen.
Die einzelnen Bits, aus denen die Datenpakete bestehen, werden dafür in kurze Lichtimpulse umgewandelt. Diese wiederum werden mit Lichtgeschwindigkeit durch hauchdünne Fasern aus Glas, die sogenannten Lichtwellenleiter (LWL), geschickt. Die Lichtimpulse werden bei der Übertragung an der Innenseite der LWL reflektiert und können dadurch störungsfrei kilometerlange Strecken zurücklegen.
Beim Empfänger werden sie zur weiteren Verarbeitung wieder in elektrische Signale umgewandelt. Vor äußeren Einflüssen geschützt werden die Fasern durch einen Mantel, in dem mehrere LWL zu einer Leitung zusammengefasst sind.
Die Vorteile von Glasfaserkabeln
Für die Datenübertragung ergeben sich aus diesem Aufbau gleich mehrere Vorteile. Während Kupferleitungen anfällig für elektromagnetische Störungen sind, ist dies bei einer Glasfaser nicht der Fall.
Zudem bewegen sich Lichtimpulse schneller durch die Glasfaserleitung und haben obendrein auch noch einen geringeren Energiebedarf als die elektrischen Signale beim DSL.
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Warum sich ein Wechsel zur Glasfaser lohnt
Für die Praxis ergeben sich aus den physikalischen Eigenschaften weitere Vorteile für Glasfaseranschlüsse. Während die klassische DSL-Leitung in der Regel nicht mehr als 250 Megabit pro Sekunde hergibt, sind über die Glasfaser schon heute Übertragungsraten von 1.000 Megabit pro Sekunde und mehr möglich.
In der Zukunft soll dieser Vorsprung sogar noch deutlich größer werden. Hinzu kommt, dass Glasfaserleitungen als sehr stabil gelten. Selbst zu Zeiten, in denen sehr viele Nutzer gleichzeitig aktiv sind, bleibt die Leistung im Glasfasernetz konstant und auf einem hohen Niveau.
Mehrere parallele datenhungrige 4K-Streams, Spieledownloads und Homeoffice-Tätigkeiten meistert die Glasfaser ohne Probleme.
Vorsicht Kostenfalle: Glasfaser kann teuer werden
Ein nicht zu unterschätzender Nachteil ist hingegen der Kostenfaktor. Während Kupferleitungen bereits überall verfügbar sind, befindet sich das Glasfasernetz noch im Ausbau. Viele Häuser müssen also erst noch angeschlossen werden, was je nach Standort teils erhebliche Kosten nach sich zieht, die oftmals zwischen 500 und 1.000 Euro liegen.
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Damit sich der Netzausbau auch für die Provider lohnt, sind Glasfaser-Tarife zudem häufig etwas teurer als vergleichbare Tarife auf DSL-Basis. Überdies wird für den Wechsel zur Glasfaserleitung ein neuer Router benötigt, der ebenfalls zusätzliche Kosten verursacht.
Wer darüber hinwegsehen kann, bekommt über die Glasfaser allerdings eine sehr potente und zukunftssichere Internetleitung.
