Wie das Hallenmasters einst die Hauptstadt begeisterte

Kicken in der Deutschlandhalle

Transfer am Pissoir: Wie Hallenfußball einst Spieler und Fans begeisterte


11.01.2026 – 17:00 UhrLesedauer: 2 Min.

Spieler des FC Bayern 1997 in der Deutschlandhalle: Der Rekordmeister kam regelmäßig mit vielen seiner Stars nach Berlin. (Quelle: IMAGO / Camera 4)

Die Fußball-Bundesliga befindet sich aktuell in der Winterpause. Es gab eine Zeit, in der die Vereine zu dieser Jahreszeit in der Deutschlandhalle gegeneinander spielten. Ein Rückblick.

Es dürfte Mario Basler einigermaßen überrascht haben, als er im Januar 1993 an einem Pissoir in der Berliner Deutschlandhalle neben Otto Rehhagel stand. Zumal ihm die Trainerlegende just in diesem Moment seine Telefonnummer zusteckte und ihn aufforderte: „Rufen Sie mich heute Abend an.“ Rehhagel, damals Coach bei den Fußballprofis von Werder Bremen, wollte den damaligen Hertha-Spieler der Legende nach diskret an die Weser locken. Dafür soll er die ungewöhnliche Begegnung am Rande des Hallenfußball-Turniers in der Deutschlandhalle genutzt haben.

Ob die Geschichte über Basler und Rehhagel stimmt oder nicht – sie zeigt, wie nah man sich unter dem Dach der Halle im Westen der Hauptstadt kam, wenn es wieder „Budenzauber“ gab. Diesen Namen verlieh die Sportpresse den Turnieren, die zwischen 1988 und 2001 offiziell vom Deutschen Fußballbund (DFB) als „Hallenmasters“ veranstaltet und zu einem großen Erfolg wurden. Die Deutschlandhalle war einer der Spielorte.

Es war eine Zeit, in der die Winter strenger und die Winterpausen der Liga länger waren. Rasenheizungen in den Stadien kannten die allermeisten Vereine nur vom Hörensagen. Und weil es noch nicht um dreistellige Millionenbeträge für Spielertransfers ging, traten die Vereine regelmäßig mit ihren größten Stars an – ungeachtet der Verletzungsgefahr, die vom Spiel auf einem trockenen Kunstrasen ausging. Wobei auch die für damalige Verhältnisse üppigen Siegprämien bei dieser Entscheidung eine Rolle gespielt haben dürften.

Eben daran entzündete sich zwar auch öffentliche Kritik. Der Verband habe nur Interesse am Hallenfußball, weil damit viel Geld zu verdienen sei, schrieb etwa die „Zeit“ 1989. Die Berliner Fußballfans schien das jedoch nicht zu stören. Zehntausende von ihnen pilgerten jeden Winter um diese Zeit in die Deutschlandhalle, um sich die Wartezeit auf die Rückrunde zu verkürzen.

Aktie.
Die mobile Version verlassen