Widersprüche und Klagen gegen Bescheide steigen deutlich

Auch mehr Klagen

Widersprüche gegen Bürgergeld-Bescheid steigen deutlich

12.01.2026 – 13:27 UhrLesedauer: 1 Min.

Bürgergeld-Antrag auf dem Portal des Jobcenters (Archivbild): (Quelle: Carsten Koall/dpa/dpa-bilder)

Mehr als eine halbe Million Widersprüche haben Menschen gegen Entscheidungen der Jobcenter eingereicht. Auch die Zahl der Klagen nahm zu – hier bekam meist das Jobcenter recht.

Bei den Jobcentern sind im Vorjahr mehr Widersprüche gegen Bescheide rund um das Bürgergeld eingegangen als noch 2024. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mitteilte, erreichten die Jobcenter 501.667 Widersprüche, das sind 78.310 mehr als im Jahr zuvor. Auch die Zahl der Klagen gegen Entscheidungen der Jobcenter stiegen an – von 48.785 auf 53.164.

Bearbeitet und entschieden wurden von den Jobcentern im vergangenen Jahr 476.728 Widersprüche. 61,14 Prozent sind demnach zurückgewiesen oder von den Betroffenen selbst zurückgezogen worden.

Die Gerichte haben im Jahr 2025 52.858 Klagen abgeschlossen – in zwei Dritteln der Fälle wurde das Vorgehen der Jobcenter bestätigt, bei den restlichen Fällen kam es nach den Klagen zu neuen Entscheidungen.

Am häufigsten ging es nach BA-Angaben bei den Widersprüchen um Entscheidungen, die die Berechnung der Unterkunftskosten betrafen, sowie um die Aufhebung und Erstattung von Bürgergeld und um die Anrechnung von Einkommen beziehungsweise Vermögen. Außerdem widersprachen Bürgergeld-Empfänger Entscheidungen zur Einbehaltung von Bürgergeld bei Überzahlungen und zur fehlenden Mitwirkung.

Die meisten der 404 Jobcenter in Deutschland werden gemeinsam von der BA und der jeweiligen Kommune betrieben, es gibt aber auch Jobcenter in kommunaler Eigenverantwortung ohne Beteiligung der Bundesagentur.

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