
Bisher hat der Wintereinbruch Frost, Schnee und Glätte beschert. Jetzt dreht das Wetter noch einmal richtig auf: Schwere Unwetter erreichen Deutschland.
Deutschland steht nach übereinstimmenden Einschätzungen von Meteorologen eine extreme Wetterlage bevor. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) kündigt starke Schneefälle mit Verwehungen im Norden sowie Orkanböen im höheren Bergland an, außerdem Glatteisregen im Südosten und in der Mitte. Die Unwetterwarnstufe ist laut DWD in Sichtweite: In weiten Teilen Deutschlands könnte der Dienst Alarmstufe Rot, also Stufe 3 von 4, ausrufen.
Freitag soll es so weit sein. Und schon bis dahin hat der Winter einiges zu bieten. Die Diplom-Meteorologin Renate Molitor erklärt die Großwetterlage: Ein Polartrog mit reichlich Höhenkaltluft erstreckt sich zur Wochenmitte von Skandinavien bis zum Balkan, wo sich ein kräftiges Wintertief austobt. Ein weiteres Tief über der Nordsee schickt gleichzeitig Schneewolken nach Deutschland, sodass schon am Donnerstag ein Band mit Schneefall und teils gefrierendem Regen die Republik überzieht.
Doch erst dann wird es richtig wild: In der Nacht zu Freitag erreicht Deutschland die Warmfront eines Sturmtiefs. Diplom-Meteorologe Dominik Jung prognostiziert auf Anfrage von t-online eine „sehr prekäre Lage“. Bei den Britischen Inseln verstärke sich ein Sturmtief zum Orkan, der Luftdruck im Zentrum falle so rapide, dass Meteorologen von einer Bombogenese sprächen.
Das bedeutet: Es knallt ordentlich, wenn sich das Orkantief am Freitag nach Deutschland schiebt. Jung kündigt starken Sturm im Flachland an, in Hochlagen Orkanböen mit bis zu 140 km/h.
Gleichzeitig fällt reichlich Niederschlag. Im Nordosten, wo es kalt bleibt, rechnet Jung mit 10 bis 20 Zentimetern Schnee: „Das kann Straßen und Schienen unpassierbar machen“, warnt er.