Händler und Branchenexperten äußern sich
Droht zu Ostern eine Eierknappheit?
25.03.2026 – 15:55 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Nachfrage nach Eiern steigt vor Ostern traditionell stark an. Könnte es zu einer Knappheit kommen? t-online hat mit Einzelhändlern und Branchenexperten gesprochen.
Ostern und Eier sind untrennbar miteinander verbunden. Für viele Familien ist das gemeinsame Eierfärben und -suchen eine feste Tradition. Erfahrungsgemäß steigt die Nachfrage nach Eiern vor Ostern daher enorm. Zudem hat der Pro-Kopf-Eierkonsum der Deutschen in den vergangenen Jahren generell zugenommen.
In einigen Supermärkten und Discountern werden die Eierregale schon leerer, wie einige Branchenblätter und Newsportale schreiben. Zudem haben Krankheiten wie die Vogelgrippe Legehennenbestände teilweise dezimiert. Aber wie kritisch ist die Lage wirklich? t-online hat bei Händlern und Branchenverbänden nachgefragt.
Viele Supermärkte und Discounter sehen sich gut auf Ostern vorbereitet. Eine Sprecherin von Edeka erklärt t-online etwa, dass man nicht von einer „übergreifenden Knappheit zum Ostergeschäft“ ausgehe. Der Edeka-Verbund arbeite mit einer Vielzahl von regionalen und lokalen Erzeugerbetrieben zusammen, sodass man eine Versorgung der Märkte „grundsätzlich sicherstellen“ könne. Eine ähnliche Stellungnahme kam auch vom Netto Marken-Discount, der zu Edeka gehört.
Ein wenig vorsichtiger drückt sich eine Sprecherin von Rewe aus. Aufgrund der Vogelgrippe und der Newcastle-Krankheit sei die Situation für die gesamte Branche herausfordernd. Rewe stehe allerdings in engem Austausch mit den Lieferanten und sei flexibel aufgestellt, um die Versorgung auch weiterhin zu gewährleisten. „Die Rewe Group beobachtet und bewertet die Lage fortlaufend“, wie es in einer E-Mail der Sprecherin heißt.
Der vorrangig in Norddeutschland ansässige Lebensmitteleinzelhändler Famila sieht sich mit nationalen und regionalen Eierlieferanten gut aufgestellt. Insgesamt sei die Lage auf dem Markt für Eier aber angespannter als zuletzt. „Traditionell steigt die Nachfrage saisonal vor Ostern, hinzu kommt eine höhere grundsätzliche Nachfrage“, so ein Sprecher zu t-online. Auf der Angebotsseite spiele auch die Vogelgrippe eine Rolle.
Laut Wolfgang Schleicher, dem Geschäftsführer des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft, ist die aktuelle Eiersituation vor Ostern 2026 „angespannt, aber grundsätzlich abgesichert“. Trotz schwieriger Marktlage erwartet Schleicher eine stabile Belieferung des Einzelhandels. Allerdings könne nicht ausgeschlossen werden, „dass einzelne Sortierungen nicht immer verfügbar sind“. Vor Ostern sind etwa weiße Eier oft ausverkauft, da sie sich besser färben lassen als braune.
Auch Schleicher äußert Bedenken bezüglich der Newcastle-Krankheit und der Vogelgrippe. Durch die Ausbrüche steige die Gesamtrisikolage für Bestände und Lieferketten. Aber: „Ausgehend vom hohen Biosicherheitsstandard in Deutschland sehen wir die Lage derzeit als beherrschbar an“, erklärt Schleicher.
