Weniger Personal beim Winterdienst – aber höhere Kosten

Personal abgebaut

Höhere Kosten beim Winterdienst – bei weniger Personal


07.01.2026 – 19:30 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Mitarbeiter der Hamburger Stadtreinigung, der für das Streuen der Wege zuständig ist, geht bei eisiger Kälte mit einem Eimer mit Streusalz die Jan-Fedder-Promenade entlang. (Quelle: IMAGO/Hanno Bode/imago)

Schneemassen, wie seit 15 Jahren nicht: Hamburgs Winterdienst ist im Dauereinsatz. Allerdings mit deutlich weniger Personal – und zu höheren Kosten.

Die Mitarbeiter der Stadtreinigung haben gut zu tun: Noch immer sind nicht alle Straßen, Fußwege und Radspuren geräumt. Mit Maschinen und Schippen wird Schnee gekehrt. Selbst die schon freien Fahrbahnen und Wege werden es nicht bleiben, denn für die kommenden Tage ist ordentlich Neuschnee angesagt.

Der Winterdienst in Hamburg steht unter Druck. Laut Senatsangaben stehen für einen sogenannten Volleinsatz während der Saison 2025/2026 rund 728 Beschäftigte und 360 Fahrzeuge bereit. Damit ist die Zahl der Beschäftigten für diese Aufgabe seit 2019 zurückgegangen: Damals waren noch 900 einsatzbereite Mitarbeiter im Winterdienst aktiv. Damit schrumpfte das Personal um knapp 20 Prozent. Das geht aus einer Kleinen Anfrage hervor.

Während beim Personal gespart wird, haben sich die Kosten erhöht. Für das Jahr 2025 veranschlagt die zuständige Behörde Erstattungsmittel in Höhe von 12,5 Millionen Euro für den Winterdienst. Eine hohe Summe – 2019 lagen die Kosten dafür noch bei 12,02 Millionen Euro, berichtet das „Abendblatt“. Trotzdem bleibt das Leistungsniveau unverändert: Räumrhythmen und Zielvorgaben entsprechen denen des Vorjahres.

Konkret heißt das: Hauptverkehrsstraßen werden bevorzugt geräumt, während Neben- und Wohnstraßen sowie viele Radwege oft unberücksichtigt bleiben. Das kritisiert die CDU scharf. „Seit fünf Tagen liegt jetzt Schnee in Hamburg und die Stadt bekommt die Räumung einfach nicht hin“, so der Hamburger CDU-Chef Dennis Thering. „SPD und Grüne müssen sich dabei an die eigene Nase fassen: viele Straßen, Fuß- und Radwege in städtischer Verantwortung sind noch immer nicht geräumt.“ Vor allem vor Schulen und Haltestellen sei es immer noch spiegelglatt. „Es ist wirklich peinlich, dass Hamburg diese Lage anders als andere Städte nicht in den Griff bekommt.“

Als erste Maßnahme hat die Verkehrsbehörde bis zum 21. Januar 2026 das Streusalz-Verbot auf Nebenflächen aufgehoben. „In Hamburg ist in den vergangenen Tagen so viel Schnee wie schon lange nicht mehr gefallen und wir wollen, dass alle sicher durch die Stadt kommen – auch ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen“, so Anjes Tjarks (Grüne). Zwar sei die Stadtreinigung rund um die Uhr im Einsatz, doch vereiste Wege blieben eine Gefahr. „Die Stadtreinigung und viele Anlieger haben in den vergangenen Tagen einen guten Job gemacht“, lobt Tjarks die Einsätze.

Hamburgs Zweite Bürgermeisterin und Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) ruft Hamburger zum Mitmachen auf: „Winterdienst ist bei solchen Schneemengen eine Gemeinschaftsaufgabe mit klarer Arbeitsteilung: Die Stadt kümmert sich um große Verkehrsstraßen, die Anliegerinnen und Anlieger sorgen für sichere Gehwege.“ An Wohnungs- und Hauseigentümer appelliert sie: „Bitte nehmen Sie Ihre Verantwortung wahr.“

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