
Heilkraft der Kräuter
Welche Tees helfen bei Blasenentzündung?
Aktualisiert am 30.01.2026 – 11:23 UhrLesedauer: 3 Min.
„Viel Tee trinken!“ Dieser Ratschlag fehlt bei keiner Blasenentzündung. Die Flüssigkeit soll die Blase durchspülen und Erreger nach draußen befördern.
Eine Blasenentzündung ist unangenehm und mit häufigem Harndrang verbunden. Um die Erreger loszuwerden, setzen einige Betroffene auf Arzneitees mit Kräutern. Doch welche Blasen- und Nierentees tun den Harnwegen besonders gut?
Trinken und Warmhalten sind die gängigen Empfehlungen bei einer Blasenentzündung. Auch wenn es keine Studien gibt, die eindeutig die Wirksamkeit einer hohen Flüssigkeitszufuhr belegen, ist das Hausmittel bei Blasenentzündung dennoch empfehlenswert.
„Viel trinken ist absolut wichtig. Die gesteigerte Trinkmenge kann die Bakterienkonzentration in der Blase senken und unterstützt zugleich den Abtransport der Erreger“, sagt Professor Dr. med. Kai J. Bühling, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der Universitätsfrauenklinik Hamburg-Eppendorf.
Viele Patienten berichten, dass ihnen besonders warme Kräutertees guttun. Laut der S3-Leitlinie „Harnwegsinfektionen“ sind einige pflanzliche Mittel wie Bärentraubenblätter, Brunnenkressekraut, Meerrettichwurzel und weißes Sandelholz zur unterstützenden Behandlung von Harnwegsinfektionen zugelassen.
Sie können möglicherweise helfen, das Wachstum von Keimen in den Harnwegen zu hemmen und ihre Ausleitung unterstützen. Zur Langzeittherapie seien die Pflanzenauszüge der Leitlinie zufolge aufgrund möglicher Nebenwirkungen allerdings nicht geeignet.
Ebenfalls beliebt bei Blasenentzündungen sind Heilkräuter wie Brennnessel, Löwenzahn, Wacholderbeeren, Birkenblätter, Goldrutenkraut, Fenchelsamen, Rosmarin, Tausendgüldenkraut, Petersilienkraut, Schachtelhalm und Hauhechelwurz. Die genannten Kräuter sollen desinfizierend und entzündungshemmend wirken und die Harnbildung steigern.
Die Kräuter können in der Apotheke als Fertigmischung gekauft werden, sind aber auch lose erhältlich. In wissenschaftlichen Studien ist kein Nutzen belegt, dennoch berichten Frauen immer wieder von einer wohltuenden Wirkung bei Blasenentzündung. Einen Versuch können die Kräuter daher wert sein.
Wichtig: Bei Erkrankungen der Leber, der Nieren, bei Herz-Kreislauf-Beschwerden oder bei der Einnahme von Medikamenten sollte die Anwendung von Kräutertees bei einer Blasenentzündung immer ärztlich abgestimmt werden. Auch Schwangere sollten sich bei der Wahl des Blasentees von ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt beraten lassen. Haben Kinder eine Blasenentzündung, hilft der Kinderarzt weiter.
Arzneitees gegen Blasenentzündung, sogenannte Blasen- und Nierentees, sind ein beliebtes Hausmittel, wenn die Blase schmerzt und brennt. Allerdings sollte man sie mit Bedacht anwenden. Die eingesetzten Extrakte und Kräuterauszüge in Blasen- und Nierentees sind höher dosiert als bei normalen Tees. Sie sollten daher gemäß den Dosierempfehlungen des Herstellers getrunken werden. Wer unsicher ist, sollte mit seinem Arzt oder Apotheker Rücksprache halten.
Übrigens: Damit sich ein Tee Arzneitee nennen darf, müssen die verwendeten Mischungen vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen sein – wie Medikamente auch. Die Zulassungsnummer ist auf der Umverpackung zu finden und garantiert, dass der Tee sogenannte Arzneibuch-Qualität hat.