
Es spricht nichts dagegen, kurzfristig ein Medikament gegen die Verstopfung einzunehmen. Abführmittel sollte man immer in Absprache mit einem Arzt und nur kurz nehmen. Auf keinen Fall sollten die Präparate über einen längeren Zeitraum hinweg geschluckt werden. Auch die Dosierung darf nicht zu hoch zu sein. Der Darm gewöhnt sich sonst an die Stimulation und wird noch träger: Man wird abhängig vom Abführmittel. Außerdem kann es zu Vitamin- und Mineralstoffverlusten kommen und die Wirkung bestimmter Medikamente kann nachlassen, warnt die Gastro-Liga.
Zudem sollten Sie sich über den Beipackzettel stets über Neben- und Wechselwirkungen informieren und bei länger anhaltenden Beschwerden einen Arzt aufsuchen. In den meisten Fällen lässt sich Verstopfung durch eine Ernährungsumstellung, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und vermehrte körperliche Aktivität in den Griff bekommen.
Auch Babys und Kinder können unter Verstopfung leiden. Schätzungen zufolge haben rund 30 Prozent der Kleinen Probleme mit dem Stuhlgang. Bei Babys und Kleinkindern ist ein unregelmäßiger Stuhlgang nicht selten. Zudem wechselt gerade bei Säuglingen die Konsistenz des Windelinhalts oft mehrmals täglich. Entsprechend schwierig ist es, eine Verstopfung überhaupt zu diagnostizieren.
Die Ursachen sind selten organisch, sondern meist ernährungsbedingt oder physischer Natur. So kann es bei Babys, die nicht gestillt werden, beispielweise zu Verstopfung kommen, wenn die Ersatznahrung mit stark kalkhaltigem Wasser zubereitet wird.
Auch die Umstellung auf Breikost macht der Verdauung einiger Kleinkinder zu schaffen. Achten Sie vor allem darauf, dass Ihr Kind ausreichend trinkt. Zudem kann es sein, dass Ihr Kind bestimmte Inhaltsstoffe der Nahrung nicht verträgt. Gehen Sie am besten zum Kinderarzt, um eine Unverträglichkeit oder andere Erkrankung auszuschließen.
Bei älteren Kindern handelt es sich in den meisten Fällen um eine so genannte Gewohnheitsverstopfung. Sie entsteht, wenn Kinder dauerhaft zu wenig Gemüse und Obst essen, nicht genug trinken, sich zu wenig bewegen oder den Stuhlgang zurückhalten. Meist reichen dann eine Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr, um die Beschwerden zu lindern. Auch bewährte Hausmittel, wie Pflaumensaft, Weizenkleie oder Trockenobst, können helfen.
Auch wenn Verstopfung bei Kindern meist harmlos ist, auf die leichte Schulter nehmen sollte man sie nie. Vor allem wenn weitere Warnzeichen wie Krämpfe, Völlegefühl, ein aufgetriebener Bauch, Entzündungen in der Analregion, Schleim- beziehungsweise Blutabgang, Müdigkeit oder Erbrechen hinzukommen, sollte man auf jeden Fall schnellstmöglich einen Kinderarzt aufsuchen.