Wiederkehr erst 2027

Streit um 15.000 Euro: Weihnachtsmarkt bei Hamburg fällt aus

17.10.2026 – 10:39 UhrLesedauer: 2 Min.

Weihnachtsmarktstand (Symbolbild): In Geesthacht können Besucher in diesem Jahr nicht wie geplant über den Rathausplatz schlendern. (Quelle: Beautiful Sports/imago-images-bilder)

Monatelang ist die Finanzierung des Weihnachtsmarktes in Geesthacht unklar. Als die Stadt das Geld schließlich freigibt, haben einige Händler schon andere Pläne.

Der Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz in Geesthacht fällt in diesem Jahr aus. Die Wirtschaftliche Vereinigung Geesthacht (WVG) hat die für Mitte Dezember geplante Veranstaltung abgesagt. Sie begründet die Entscheidung mit der späten Freigabe eines städtischen Zuschusses und dem Umgang der Kommunalpolitik mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit.

Dabei war das Geld am Ende bewilligt worden. Erst Ende September gab der Finanzausschuss die benötigten Mittel frei. Für die Organisatoren kam die Entscheidung zu spät. Einige Standbetreiber hatten sich wegen der fehlenden Planungssicherheit inzwischen für andere Weihnachtsmärkte entschieden, teilte die WVG mit.

Weihnachtsmarkt Geesthacht kostet rund 30.000 Euro

Für die Veranstaltung hatte der Verein mit Gesamtkosten von rund 30.000 Euro gerechnet. Die Hälfte sollte die Stadt übernehmen. Die übrigen 15.000 Euro muss die WVG selbst aufbringen. Dafür setzt sie vor allem auf die Einnahmen ihres ehrenamtlich betriebenen Glühweinstandes.

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Seit dem Umzug auf den Rathausplatz im Jahr 2023 ist der Weihnachtsmarkt stärker auf öffentliche Zuschüsse angewiesen. Am früheren Standort in der Fußgängerzone profitierten die Händler von der Laufkundschaft. Auf dem Rathausplatz verzichtet der Verein nach eigenen Angaben weitgehend auf Standgebühren, um die Veranstaltung für Händler attraktiv zu halten.

Der städtische Zuschuss war zunächst mit einem Sperrvermerk versehen worden. Die Entscheidung über die Freigabe zog sich anschließend über mehrere Monate hin. Für die Organisation blieb nach der Zusage zu wenig Zeit. Verträge mussten geschlossen, Händler verpflichtet und Sicherheitsmaßnahmen geplant werden.

Veranstalter kritisieren politische Diskussion

Bei seiner Entscheidung berücksichtigte der Vorstand auch die politische Diskussion über die Finanzierung. Die WVG habe die Verwendung der städtischen Mittel mit Belegen nachgewiesen und auch die Einnahmen aus dem Glühweinverkauf offengelegt. Trotzdem seien immer weitere Fragen zu vereinsinternen Vorgängen und Finanzierungen gestellt worden.

Das habe bei den Verantwortlichen den Eindruck erweckt, dass die Politik ihrer ehrenamtlichen Arbeit misstraue. Die Mitglieder investierten jedes Jahr mehrere Hundert Stunden in die Organisation des Weihnachtsmarktes. „Dieses Engagement setzt für uns ein Mindestmaß an Vertrauen voraus“, schreibt der Vorstand in seiner Mitteilung.

Weihnachtsmarkt soll 2027 zurückkehren

Die Kritik richtet sich ausdrücklich nicht gegen Bürgermeister und Stadtverwaltung. Beide hätten den Weihnachtsmarkt unterstützt und sich für dessen Durchführung eingesetzt. Für die späte Finanzzusage macht die WVG dagegen den politischen Entscheidungsprozess verantwortlich.

Im kommenden Jahr will der Verein den Weihnachtsmarkt wieder veranstalten. Dafür brauche es allerdings frühzeitig klare finanzielle Rahmenbedingungen und das nötige Vertrauen in die ehrenamtliche Arbeit. „Wir möchten den Weihnachtsmarkt 2027 wieder durchführen“, betont der Vorstand.

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