Polizei zieht Bilanz

Weiberfastnacht in Köln: Regen, Rausch und eine Machete

13.02.2026 – 01:22 UhrLesedauer: 2 Min.

Jeckin Sabine feiert mit passendem Regenschirm auf dem Alter Markt in Köln: Mit der Weiberfastnacht hat in den närrischen Hochburgen der Straßenkarneval begonnen. (Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa)

Trotz Regen feiern Tausende Weiberfastnacht in Köln. Doch mit zunehmender Alkoholisierung eskaliert die Stimmung.

Der Karnevalsauftakt an Weiberfastnacht hat den Jecken in Köln einiges abverlangt – nicht nur wegen des Wetters. Trotz wiederholt einsetzendem Regen tanzten und schunkelten unzählige Menschen entlang des Rheins in Richtung Höhepunkt des närrischen Treibens. Doch mit fortschreitender Dauer und zunehmender Alkoholisierung kam es zu mehreren Straftaten, wie die Polizei Köln am Abend bilanzierte.

Vor allem die Domstadt war am Vormittag wieder das Ziel Tausender Karnevalstouristen, auch wenn aufgrund der Wetterlage nicht ganz so viele auf den Beinen waren wie in sonnigen Jahren. Ein Polizeisprecher sagte: „Mutmaßlich ist weniger Andrang als in den letzten Jahren aufgrund der Wetterlage.“ Die Kölner Polizei setzte bis zu 1.500 zusätzliche Beamte ein. Das Ordnungsamt schickte bis zu 400 Mitarbeiter und rund 2.600 Sicherheitskräfte von externen Dienstleistern in den Einsatz.

Auf die Frage nach einem Durchhalte-Rezept antwortete der Kölner Karnevalsprinz Niklas I. der Nachrichtenagentur dpa: „Einfach Sonne im Herzen, dann klappt das auch bei Regen.“

Karneval sei ein Menschen-Magnet, sagte der Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD). „Es ist ein großes Fest, das hier organisiert wird, und das müssen wir auch sicher über die Bühne kriegen.“ Ganz viele Menschen kämen in der Stadt zusammen und wollten friedlich feiern. „Das ist schon mal toll. Aber zum Feiern gehören auch Regeln“, mahnte Burmester. Er hatte kürzlich in der Stadt eine Debatte um das Wort „Ballermannisierung“ losgetreten – in diese dürften Feierlichkeiten nämlich nicht hineinlaufen.

Am Abend zog die Kölner Polizei Bilanz: Mit zunehmender Alkoholisierung mussten die Beamten vor allem in den Feier-Hotspots häufig eingreifen, um Streitigkeiten zu unterbinden. Bis 19 Uhr nahm die Polizei zwölf Personen fest, unter anderem weil sie Platzverweise ignorierten. Die Polizei ermittelt nach angezeigten sexuellen Belästigungen, Körperverletzungen und Diebstählen.

Unter den Vorfällen: Ein Mann soll einer Frau das Handy geraubt haben, das sie ihm geliehen hatte – der Täter habe die Frau mit einer Machete bedroht und sei geflohen, teilte die Polizei mit. Zudem ermittelt die Kriminalpolizei wegen des Verdachts der Vergewaltigung unter Männern im Zülpicher Viertel. Einer von ihnen soll den anderen Mann zum Oralverkehr gezwungen haben. In allen Fällen stehen die Ermittlungen am Anfang.

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