Was tun, wenn Nähe wehtut?

Gelenkschmerzen beim Sex

Arthrose in der Partnerschaft: Was tun, wenn Nähe wehtut?


04.12.2025 – 11:38 UhrLesedauer: 2 Min.

Schränkt Arthrose das Sexualleben ein, kann das für die Partnerschaft eine Herausforderung darstellen. (Quelle: TatyanaGl/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Arthrose wirkt sich nicht selten auch auf das Sexualleben und die Partnerschaft aus. Dennoch gibt es Wege, sexuelle Nähe trotz Schmerzen zu genießen.

Die Gelenkerkrankung Arthrose verursacht nicht immer starke Beschwerden. Wenn doch, können sie allerdings zahlreiche Lebensbereiche beeinträchtigen: den Beruf, die Freizeit, den Haushalt – und auch die sexuelle Intimität in der Partnerschaft.

Die Schmerzen und die Steifigkeit in betroffenen Gelenken können so belastend werden, dass viele Bewegungen zunehmend schwerfallen. Gängige sexuelle Praktiken sind dann unter Umständen nicht mehr oder nur noch unter unangenehmen bis heftigen Beschwerden möglich, welche die Lust erheblich mindern können.

Dass Menschen mit Arthrose mit ihrem Sexualleben häufig unzufrieden sind, belegen mehrere Studien. Wie diese zeigen, hängt das vor allem mit den Schmerzen und der Angst vor ihnen zusammen. Eine Rolle spielen zudem psychische Faktoren wie Stress, depressive Verstimmungen, Unsicherheit und mangelndes Vertrauen in die eigenen sexuellen Fähigkeiten.

Die gute Nachricht: Manche Paare finden durchaus Möglichkeiten, trotz der mit der Arthrose einhergehenden Beschwerden ein erfülltes Sexualleben zu führen. Wie Forschende herausfanden, helfen ihnen dabei unter anderem folgende Strategien:

Diese Anpassungen sind nicht immer einfach und gehen teilweise zulasten der Spontaneität. Sie bieten aber auch Chancen für eine Beziehung. Unter anderem, weil sie – im besten Fall – das gegenseitige Verständnis fördern und zu einer größeren Vertrautheit beitragen.

Eine fortgeschrittene Arthrose kann Beschwerden hervorrufen, die die Lebensqualität stark einschränken und sich durch nicht-chirurgische Maßnahmen nicht ausreichend lindern lassen. In solchen Fällen ist ein Gelenkersatz eine Option. Dazu ist ein operativer Eingriff nötig, bei dem das kranke Gelenk durch ein künstliches, also eine Prothese, ersetzt wird.

In der Regel gehen dadurch die Beschwerden zurück und die Beweglichkeit verbessert sich. Studien legen außerdem nahe, dass ein Gelenkersatz der sexuellen Zufriedenheit zuträglich sein kann.

Allerdings ist der Eingriff mit Risiken verbunden und bringt nicht in jedem Fall den gewünschten Erfolg. Darum muss ein Gelenkersatz immer sorgfältig abgewogen werden. Die Ärztin oder der Arzt sollte die betroffene Person dabei in einem ausführlichen Beratungsgespräch unterstützen.

Chronische Schmerzen, Einschränkungen im Job und bei der Freizeitgestaltung, Probleme im Sexualleben und der Partnerschaft: Die belastenden Folgen, die eine Arthrose haben kann, verursachen unter Umständen großen seelischen Druck.

Wenn sich die betroffene Person dadurch ständig niedergeschlagen fühlt oder an Ängsten leidet, benötigt sie eventuell psychotherapeutische Unterstützung. Bei Konflikten in der Partnerschaft kann auch eine Paartherapie hilfreich sein. Sie bietet Raum, Missverständnisse zu klären, Bedürfnisse auszusprechen und gemeinsam neue Wege der Nähe zu finden.

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