Was sind ETFs? Bedeutung, Erklärung – und wie Sie anlegen

Eine noch breitere Streuung bietet der Index MSCI All Country World, der Unternehmensanteile von mehr als 2.900 der größten börsennotierten Firmen der Welt enthält. Er deckt damit fast die gesamte Weltwirtschaft inklusive vieler Firmen in Schwellenländern ab. ETFs, die diesen Index nachbilden, gelten ebenfalls als risikoarm.

(Quelle: Getty)

ETFs eignen sich besonders für Anfänger an der Börse, da sie eine einfache Möglichkeit bieten, in Aktien von ganzen Märkten oder Regionen zu investieren, ohne dafür einen professionellen Fondsmanager zu beauftragen. Hier finden Sie Anlagetipps und Produkte, mit denen Sie Ihre ETF-Anlage starten können.

Alternativ zu diesen ETFs gibt es zahlreiche ETFs, die auf Indizes basieren, die Aktien besonders nachhaltiger Unternehmen enthalten. Ein Beispiel für einen solchen Index ist der .

Außerdem gibt es ETFs, die sich auf einzelne Branchen fokussieren, etwa die vielversprechendsten deutschen Tech-Unternehmen. Ein Beispiel für einen solchen ETF ist der ComStage 1 TecDAX UCITS.

Grundsätzlich gilt: Eine potenziell höhere Rendite geht immer mit einem höheren Risiko einher. Überlegen Sie sich also, bevor Sie investieren, welches Risiko Sie maximal eingehen wollen. Als Einsteiger sollten Sie eher Anteile von ETFs kaufen, die mit einem geringen Risiko verbunden sind. Wenn Sie sich unwohl fühlen, verzichten Sie lieber auf etwas Rendite, anstatt ein zu hohes Risiko einzugehen.

Auch wenn ETFs deutlich günstiger sind als Anteile eines klassischen Aktienfonds – umsonst sind auch sie nicht. Die Kosten eines ETFs lassen sich mithilfe von Kennzahlen bewerten. Die wichtigste ist die Gesamtkostenquote, abgekürzt TER (engl. für „Total Expense Ratio“).

In die Gesamtkostenquote fließen sämtliche Gebühren ein, die jährlich anfallen, solange Sie den ETF-Anteil halten. Dazu zählen unter anderem Verwaltungskosten sowie die Mehrwertsteuer, die der Fondsanbieter bezahlen muss.

Die Gesamtkostenquote eines MSCI-World-ETFs beispielsweise liegt zwischen 0,12 Prozent und 0,5 Prozent pro Jahr. Damit sind ETFs deutlich günstiger als aktiv verwaltete Fonds. Legen Sie etwa eine Summe von 1.000 Euro in einen ETF mit einer Gesamtkostenquote in dieser Höhe an, belaufen sich die Kosten pro Jahr auf 1,20 Euro bis 5 Euro.

Diese Beträge werden Ihnen von Ihren potenziellen Gewinnen direkt von der Bank oder Fondsgesellschaft abgezogen. Die folgende Tabelle mit einer Auswahl bekannter ETFs vermittelt ein Gefühl für die Kosten:

Zum Vergleich: Bei aktiv gemanagten Investmentfonds liegt die jährliche Kostenquote häufig bei mehr als 1,5 Prozent pro Jahr, zum Teil sogar bei bis zu 5 Prozent. Jährlich würden also mehr als 15 Euro Gebühren anfallen, wenn Sie eine Summe von 1.000 Euro in einem solchen Fonds anlegten.

Grundsätzlich werden ETFs genau wie Aktien an der Börse gehandelt. Um ETFs an der Börse zu kaufen, können Sie die gewünschten Wertpapiere über Ihr Depot suchen und nach Auswahl eines Handelsplatzes, zum Beispiel der Börse in Frankfurt, erwerben (siehe unten). Der Preis des ETF-Anteils kann dabei je nach Handelsplatz variieren.

  • Depot-Vergleich: Das sind die besten Broker für Einsteiger

Günstiger als der Börsenhandel ist der Aktienkauf in der Regel bei einem sogenannten Direkthändler. Damit ist ein spezieller Wertpapierhändler gemeint, der ausgewählte Aktien und Fondsanteile auf Vorrat hält. Im außerbörslichen Direkthandel sind ETFs meist billiger, da Sie als Privatanleger die Börsengebühren sparen. Gängige Direkthändler sind zum Beispiel Tradegate, Lang & Schwarz oder die Baader Bank.

Ob Börsen- oder Direkthandel: Sie benötigen ein Wertpapierdepot, um in einen ETF zu investieren. Das können Sie am günstigsten und einfachsten im Internet eröffnen – bei einer Direktbank oder einem Onlinebroker.

Die nächsten Schritte sind sehr leicht: Über die Suchmaske Ihres Depots können Sie einfach die gewünschten ETF-Anteile finden. Alles, was Sie dafür brauchen, ist die Wertpapierkennnummer (WKN) oder die internationale Identifikationsnummer (ISIN) des Wertpapiers.

  • In drei Schritten: So einfach eröffnen Sie Ihr eigenes Wertpapierdepot

Sobald Sie den entsprechenden ETF ausgewählt haben, schreiten Sie über die Ordereingabe zum Kauf: Erst jetzt entscheidet sich, ob Sie den ETF an einem Börsenplatz erwerben – oder bei einem Direkthändler, mit dem Ihre Direktbank oder der Onlinebroker möglicherweise kooperiert (siehe unten).

So sichern Sie sich in drei Schritten Ihren ETF-Anteil:

1. Depot eröffnen: Zunächst müssen Sie ein Depot bei einer Filialbank oder im Internet bei einer Direktbank eröffnen. Das Depot bei einer Direktbank ist oft kostenlos.
2. ETF aussuchen: Informieren Sie sich auf Vergleichsportalen, welcher ETF für Sie infrage kommt. Behalten Sie dabei neben der Gesamtkostenquote vor allem die Risikoklasse im Auge. Es gilt: Je höher das Risiko, desto größer die Chance auf hohe Gewinne – aber auch die Wahrscheinlichkeit, Verluste zu machen.
3. ETF kaufen und warten: Über Ihr Depot können Sie mithilfe der Wertpapierkennnummer (WKN) den ETF finden und einen Anteil kaufen. Ratsam ist, nur Geld in einen ETF zu investieren, das Sie 15 Jahre oder länger nicht benötigen. Je länger Sie Ihr Geld anlegen, desto geringer ist das Risiko, Verluste zu machen. Denn langfristig gleichen sich kurzfristige Kursschwankungen aus.

Wichtigstes Kriterium beim Kauf ist der Preis: Auch wenn er sich je Handelsplatz oder Direkthändler lediglich in der Nachkommastelle unterscheidet, sollten Sie stets das günstigste Angebot wählen.

Tipp: Kaufen und verkaufen Sie ETFs ausschließlich von Montag bis Freitag zwischen 9 Uhr und 17.30 Uhr, wenn die elektronische Börse Xetra geöffnet hat. Auf diese Weise können Sie vergleichen, ob der Direkthändler Ihrer Wahl tatsächlich einen günstigeren Preis bietet als der Handel an der Börse.

Mit einem ETF-Sparplan investieren Sie regelmäßig eine bestimmte Summe in einen ETF. Es ist sehr leicht, diesen bei einer Direktbank im Internet oder einem Onlinebroker einzurichten. Wir zeigen Ihnen in wenigen Schritten, worauf es dabei ankommt:

  • Schritt 1: Legen Sie ein Depot an. Dieses können Sie bei einer Direktbank oder einem Onlinebroker eröffnen. Im Gegensatz zu Filialbanken fallen hierfür in der Regel keine Gebühren an. Wichtig ist: Vergleichen Sie die Konditionen der Onlineanbieter für Ihre Sparpläne miteinander. Es kommt nicht nur auf die Kosten an. Entscheidend ist auch, welche Aktien oder ETFs Ihnen zum Besparen zur Auswahl stehen. Bei vielen Anbietern haben Sie nicht die volle Auswahl, einige werben auch nur mit zeitlich befristeten Aktionssparplänen, deren Kosten sich später erhöhen.
  • Schritt 2: Suchen Sie sich ETFs aus, in die Sie investieren wollen. Es ist empfehlenswert, Ihre Risiken breit zu streuen. Besonders eignen sich dafür ETFs, die den MSCI World oder den MSCI All Country World nachbilden.
  • Schritt 3: Legen Sie Ihre ETF-Sparrate und den Sparrhythmus fest. Meist können Sie sich zwischen einer monatlichen, viertel- oder halbjährlichen Zahlung entscheiden. In der Regel können Sie die Sparrate ändern, wenn Sie merken, dass Sie mehr oder auch weniger ansparen wollen.
  • Schritt 4: Warten. Empfehlenswert ist ein Anlagezeitraum von 10 bis 15 Jahren, da sich in dieser Zeit kurzfristige Kursschwankungen in der Regel ausgleichen.
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Wie hoch die Rendite eines ETFs in Zukunft sein wird, lässt sich nicht pauschal sagen, da niemand künftige Aktienkurse vorhersagen kann. Um dennoch einen Eindruck von den möglichen prozentualen Erträgen eines ETFs zu bekommen, lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit – zum Beispiel auf die Kursentwicklung des Aktienindex MSCI World Index.

  • Beliebte Geldanlage: So viel Rendite können Sie bei ETFs erwarten

Die durchschnittliche jährliche Rendite des MSCI World, der Aktien von rund 1.600 Unternehmen aus 23 Industrienationen enthält, beträgt für die Jahre von 1970 bis 2015 jeweils rund 9,2 Prozent. Auch in den vergangenen zehn Jahren lag die jährliche Rendite des MSCI World im Schnitt bei 6,82 Prozent.

Ein Beispiel: Hätten Sie in den vergangenen zehn Jahren monatlich 100 Euro mit einem Sparplan in einen ETF mit einer durchschnittlichen Jahresrendite von 6,8 Prozent eingezahlt, würden Sie heute über einen Betrag von rund 17.000 Euro verfügen. 12.000 Euro davon wären Ihre Einzahlungen, die Erträge beliefen sich auf rund 5.000 Euro.

Wichtig ist dabei: Die frühere Wertentwicklung eines ETFs ist ein wichtiger Anhaltspunkt, um zu sehen, ob ein ETF eher stark oder moderat wächst. Aber: Diese Kursentwicklung aus der Vergangenheit ist niemals ein Garant für künftige Gewinnchancen. Dennoch dient sie für einen ersten Blick als guter Anhaltspunkt.

Wie viel Risiko ein ETF birgt, hängt maßgeblich davon ab, welchen Aktienindex er nachbildet. Pauschal lässt sich sagen: Je mehr Aktien unterschiedlicher Branchen oder Länder ein Index enthält, je breiter er also aufgestellt ist, desto risikoärmer ist auch der ETF, der ihn nachbildet.

Wie bei herkömmlichen Aktienfonds oder beim Kauf einzelner Aktien besteht auch bei ETFs jederzeit das Risiko, dass die Kurse an der Börse kurzfristig fallen, Ihr ETF dadurch an Wert verliert – zum Beispiel bei einem Börsencrash. Da Sie Ihr Kapital mit einem ETF aber breit streuen, zählen ETFs zu den sichersten Anlagen, wenn Sie von Börsengewinnen profitieren wollen. Das Risiko ist viel geringer als beispielsweise beim Investment in einzelne Aktien.

  • Aktienkrach: Wie kommt es eigentlich zu einem Börsen-Crash?

Unwahrscheinlich ist auch, dass eine ETF-Fondsgesellschaft Konkurs anmeldet. Passiert es dennoch, ist das für Sie nicht schlimm – denn Ihr Geld ist als sogenanntes Sondervermögen geschützt und wird nicht vom Insolvenzverwalter angetastet.

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