
Wissenschaftler warnen
Diese Herz-Warnzeichen werden von vielen übersehen
16.02.2026 – 13:52 UhrLesedauer: 3 Min.
Herzschutz beginnt nicht erst mit Brustschmerzen oder einem auffälligen EKG. Viele Frauen übersehen entscheidende Warnzeichen und unterschätzen ihr persönliches Risiko teils über Jahrzehnte.
Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und hohe Cholesterinwerte werden immer häufiger. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind daher weltweit die häufigste Todesursache. Trotzdem stagniert das Bewusstsein für das eigene Risiko, besonders bei jüngeren Frauen. Davor warnen derzeit Herzspezialisten des NYU Langone Health (USA).
Zum internationalen Monat der Herzgesundheit erklären die Ärztinnen und Ärzte des Gesundheitszentrums, warum Frauen ihr Herz anders schützen müssen als Männer und welche Warnzeichen sie schon in jungen Jahren ernst nehmen sollten.
Eine Schwangerschaft belastet das Herz stark. Die Kardiologin Anaïs Hausvater erklärt in einer Pressemeldung der NYU: „Eine Schwangerschaft ist das, was wir als Stresstest der Natur bezeichnen.“ Denn während dieser Zeit steige das Blutvolumen stark an, der Puls beschleunigt sich und das Herz arbeitet deutlich mehr.
Heute weiß man: Wer in der Schwangerschaft Komplikationen erlebt wie Präeklampsie (Bluthochdruck plus weitere Organschäden), Schwangerschaftsdiabetes oder schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck, hat später ein höheres Risiko für Herzkrankheiten. Auch Frühgeburten, ein niedriges Geburtsgewicht oder Fehlgeburten gelten heute als langfristige Risikomarker. Die Schwangerschaft gibt also erste Hinweise auf die Herz-Kreislauf-Probleme, die nach der Geburt nicht einfach verschwinden.
Bei Frauen mit solchen Komplikationen treten der Expertin zufolge daher 30 bis 40 Jahre später häufiger Herzinfarkte, Herzschwäche oder Schlaganfälle auf.
Hohe Cholesterinwerte und Bluthochdruck zählen auch bei Frauen zu den größten Risikofaktoren für die Herzgesundheit. Allerdings sind Frauen auch anderen, oft lebensphasenspezifischen Risiken ausgesetzt, die bei Routineuntersuchungen oft übersehen werden, erklären die Experten der NYU.
Dazu gehören neben den oben genannten Schwangerschaftskomplikationen vor allem:
Die Menopause etwa verändert das Herzrisiko deutlich. In dieser Phase sinkt der Östrogenspiegel, also das weibliche Geschlechtshormon. „Wir sehen häufig, dass Cholesterin und Blutdruck während der Menopause steigen“, erklärt Hausvater. Ärzte sollten das Risiko in dieser Zeit neu bewerten, um frühzeitig gegensteuern zu können, so die Kardiologin.