
Zu viel Ohrenschmalz
Ohrspülung beim Arzt – was passiert dabei?
Aktualisiert am 28.01.2026 – 13:36 UhrLesedauer: 4 Min.
Ohrenschmalz verhärtet sich mitunter zu einem Pfropf, der den äußeren Gehörgang verschließt. Eine professionelle Ohrspülung kann helfen, ihn zu lösen.
Im äußeren Gehörgang produzieren Drüsen das Ohrenschmalz (Cerumen). Sammelt sich jedoch zu viel von der klebrig-fettigen Masse an, bildet sich manchmal ein Pfropf. Dieser kann das Ohr ganz oder teilweise verschließen. Betroffene empfinden dann oft ein unangenehmes Druckgefühl und hören schlechter. Auch Schmerzen oder Juckreiz können auftreten.
Mithilfe einer Ohrspülung lässt sich der Pfropf leicht entfernen, sodass der Gehörgang wieder frei ist. Die Behandlung findet ambulant in der Arztpraxis statt und dauert nicht lange.
Das fettige Drüsensekret pflegt den Gehörgang und hält die Haut geschmeidig. Gleichzeitig bildet es einen Säureschutzmantel, der das Wachstum von Keimen hemmt und den Gehörgang so vor Krankheitserregern schützt. Außerdem dient das Ohrenschmalz der Selbstreinigung der Ohren. Abgestorbene Hautschüppchen, Staub und Härchen bleiben in dem Drüsensekret hängen. Durch die Bewegungen des Unterkiefers beim Kauen und Sprechen wird die Masse allmählich nach draußen befördert.
Bei manchen Menschen kommt es allerdings leichter zu einer Pfropfbildung, etwa durch regelmäßigen Gebrauch von Hörgeräten, Ohrstöpseln oder In-Ear-Kopfhörern – oder auch, weil sie genetisch bedingt mehr Ohrenschmalz bilden. Zudem sammelt sich bei einigen Betroffenen Ohrenschmalz leichter an, weil sie enge, ungleichmäßig geformte oder sehr behaarte Gehörgänge haben.
Eine Ohrspülung kann notwendig sein, wenn sich zu viel Ohrenschmalz im äußeren Gehörgang ansammelt und dadurch Beschwerden auftreten. Das gilt ebenso, wenn der Pfropf bei einer Untersuchung die Sicht aufs Trommelfell behindert oder einen Hörtest beeinträchtigen könnte.
In den meisten Fällen ist das Problem nach der Behandlung behoben. Das Ohr ist wieder frei und eine erneute Spülung meist nicht notwendig. Doch es gibt Ausnahmen: Bei Menschen mit starker Ohrenschmalzbildung kann es unter Umständen nötig sein, den Gehörgang regelmäßig zu spülen (etwa alle paar Monate).
Für eine professionelle Ohrenreinigung ist der Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO) der richtige Ansprechpartner. Mit einem Otoskop, einem kleinen Ohrtrichter mit Lampe und Lupe, untersucht er den äußeren Gehörgang. Dabei lässt sich ein Ohrenschmalzpfropf leicht erkennen.
Nicht immer ist gleich eine Ohrspülung nötig. Oft lässt sich das Cerumen auch mit einer Kürette entfernen. Dabei handelt es sich um einen kleinen Metallstab, der am oberen Ende gebogen ist. Wenn das Ohrenschmalz sehr feucht und klebrig ist, kann auch eine Absaugung helfen. Hierfür verbindet der Arzt ein Röhrchen mit einem Sauggerät, um das Cerumen zu entfernen.