Was macht den Erreger so gefährlich?

Wandelbares Grippevirus

Was macht das Influenza-A-Virus so gefährlich?


Aktualisiert am 21.01.2026 – 12:18 UhrLesedauer: 4 Min.

Nur 0,0001 (= ein Zehntausendstel) Millimeter beträgt der Durchmesser eines einzelnen Grippevirus vom Typ A. (Quelle: bodym/getty-images-bilder)

Unter den Viren, die Grippe auslösen können, gilt das Influenza-A-Virus als besonders gefährlich. Welche Gründe und Folgen das hat, erfahren Sie hier.

Wer sich mit Grippe (Fachbegriff: Influenza) ansteckt, fühlt sich typischerweise plötzlich sehr krank und entwickelt hohes Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen sowie allgemeine Symptome einer Atemwegsinfektion. Die Virusinfektion verursacht jedes Jahr weltweit Millionen schwere, teils tödlich verlaufende Erkrankungen.

Von den vielen verschiedenen Influenzaviren, die Fachleute in die Typen A, B und C unterteilen, sind für die Gesundheit des Menschen aber nur Typ A und B von Bedeutung. Dabei spielt das Influenza-A-Virus die wichtigste Rolle, da es beim Menschen am ehesten schwerwiegende Infektionen auslöst und mitunter zu Pandemien führt: Das sind massenhafte Grippeausbrüche, die sich über Länder und Kontinente hinweg ausbreiten.

Der Grund für die Gefährlichkeit des Influenza-A-Virus ist seine hohe Wandlungsfähigkeit. Darauf weisen schon die zahlreichen Subtypen des Virus hin, die anhand ihrer Oberfläche voneinander unterscheidbar sind. Dort befinden sich nämlich bei allen Influenzaviren vom Typ A und B bestimmte Proteinstrukturen namens Hämagglutinin und Neuraminidase, die pilzförmig aus der Virushülle herausragen.

Beim Influenza-B-Virus gibt es keine Subtypen; stattdessen unterscheiden Fachleute nach den vorhandenen Oberflächenproteinen nur zwei genetisch verschiedene Linien. Hingegen sind vom Influenza-A-Virus mehrere Hämagglutinin- und Neuraminidase-Subtypen bekannt, die eine Vielzahl von Kombinationen bilden. Jede Kombination entspricht einem Virus-Subtyp und findet sich auch in dessen Bezeichnung wieder. Zu den Influenza-A-Viren, die derzeit regelmäßig beim Menschen zirkulieren, gehören etwa A(H1N1) und A(H3N2).

Das Influenza-A-Virus infiziert allerdings nicht nur den Menschen. Viele seiner Subtypen treten bisher fast ausschließlich bei Tieren auf. Bei engem Kontakt zu infizierten Tieren kommt es aber gelegentlich zur Übertragung auf den Menschen, wodurch dieser schwer erkranken kann. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die durch den Subtyp H5N1 ausgelöste Vogelgrippe.

Dass das Influenza-A-Virus so wandlungsfähig ist, verdankt es der hohen Neigung seiner Erbinformation, sich ständig zu verändern. Je nachdem, wie diese Mutationen ablaufen, können sie sich allmählich und geringfügig oder schlagartig und massiv auf das Virus beziehungsweise die Struktur seiner Oberflächenproteine auswirken:

Weil sich das Influenza-A-Virus ständig verändert, kann der Körper keinen dauerhaften Immunschutz gegen den Erreger aufbauen. Daher verursacht das Virus immer wieder teils schwere Erkrankungen bei Mensch und Tier, wobei auch diejenigen betroffen sein können, die bereits mit Grippeviren infiziert waren oder gegen Grippe geimpft sind. Dabei können saisonale Grippewellen, Grippeepidemien oder gar Pandemien entstehen.

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