Was ist Morbus Crohn? Die Krankheit kurz erklärt

Definition und Steckbrief

Kurz und bündig: Das ist Morbus Crohn


Aktualisiert am 10.02.2026 – 14:25 UhrLesedauer: 3 Min.

Von Morbus Crohn kann grundsätzlich jede Stelle im Verdauungstrakt betroffen sein. (Quelle: Rasi Bhadramani/getty-images-bilder)

Jedes Jahr erhalten mehrere Tausend Menschen in Deutschland die Diagnose Morbus Crohn. Was diese Krankheit für die Betroffenen bedeutet, erfahren Sie hier.

Morbus Crohn betrifft Frauen und Männer ungefähr gleich häufig. Erstmals bemerkbar macht sich die Erkrankung überwiegend im Alter von 15 bis 35 Jahren. Etwa jeder zehnte Fall zeigt sich erst rund um das 60. Lebensjahr.

Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (kurz: CED). Chronisch bedeutet, dass die Entzündungen nie mehr ganz weggehen. Grundsätzlich kann dabei jede Stelle des Verdauungstrakts zwischen Mund und After betroffen sein. Am häufigsten befällt die Krankheit jedoch den Übergangsbereich zwischen Dünn- und Dickdarm.

Typischerweise bilden die entzündeten Stellen bei Morbus Crohn keinen zusammenhängenden Bereich, sondern sind durch kaum oder gar nicht betroffene Abschnitte voneinander getrennt. Zudem bleiben die Entzündungen nicht auf die Schleimhäute begrenzt, sondern durchziehen alle Wandschichten der befallenen Stellen. Da sie chronisch verlaufen, schädigen sie das Gewebe mit der Zeit so stark, dass dessen Funktion gestört ist.

Das kann zahlreiche Auswirkungen haben. Die wichtigsten Anzeichen für Morbus Crohn sind Durchfall und Unterbauchschmerzen, ähnlich wie bei einer Blinddarmentzündung. Bei rund einem Drittel der Betroffenen macht sich die Erkrankung auch in Körperbereichen außerhalb des Darms bemerkbar, wobei unter anderem die Augen, die Gelenke und/oder die Haut beteiligt sein können.

Für gewöhnlich verläuft Morbus Crohn schubförmig. Die Krankheit ist also abwechselnd mal mehr und mal weniger aktiv, sodass die Symptome kommen und gehen können. Viele Betroffene sind über lange Zeit völlig beschwerdefrei. Dass Rückfälle ganz ausbleiben, ist aber unwahrscheinlich.

Wodurch genau Morbus Crohn entsteht, ist unklar. Entscheidend ist vermutlich eine Fehlfunktion des Immunsystems, ähnlich wie bei Autoimmunerkrankungen. Es scheint aber, dass immer ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren hinter der Darmkrankheit steckt: Neben Mechanismen der Immunabwehr kommen vor allem erbliche Veranlagung sowie Umweltfaktoren infrage.

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