
Vor allem Menschen über 65 Jahren sind häufig von Mundtrockenheit betroffen, Frauen öfter als Männer. Viele nehmen die Beschwerden einfach hin, in der Annahme, dass im Alter weniger Speichel produziert wird. Tatsächlich ist jedoch unklar, ob der Speichelfluss im höheren Lebensalter nachlässt und alleinige Ursache für einen trockenen Mund sein kann.
In vielen Fällen ist anhaltende Mundtrockenheit keine reine Alterserscheinung. Vielmehr sind die Beschwerden darauf zurückzuführen, dass bestimmte Erkrankungen im Alter häufiger auftreten – und die dabei verordneten Medikamente einen trockenen Mund als Nebenwirkung hervorrufen können.
Speichel spielt für die Zahn- und Mundgesundheit eine wichtige Rolle. Er bildet einen dünnen Film, der die Zähne und auch alle anderen Strukturen im Mundraum überzieht. Pro Tag geben die Speicheldrüsen einen halben bis anderthalb Liter Speichel ab. Während des Schlafs ist die Speichelproduktion deutlich niedriger als am Tag: Sie wird nachts nahezu gänzlich eingestellt.
Auf Dauer kann zu wenig Speichel die Lebensqualität beeinträchtigen und verschiedene Erkrankungen im Mundraum begünstigen, wie etwa Karies, Zahnfleischentzündungen, Parodontitis und Mundgeruch. Weitere mögliche Folgen sind außerdem ein verändertes Geschmacksempfinden, Probleme beim Schlucken (und dadurch die Gefahr, sich zu verschlucken), Mundsoor und andere Infektionen im Mundraum.
Es gibt drei große Speicheldrüsen: im Unterkiefer, unter der Zunge und in Ohrnähe. Daneben liegen kleinere Speicheldrüsen verteilt im Mundraum. Alle zusammen geben ständig geringe Mengen an Speichel ab. In bestimmten Situationen steigt die Produktion jedoch: Der Geruch und die Aufnahme von Essen etwa sowie Kauen regt die Drüsen an, mehr Speichel freizusetzen.
Speichel hat vor allem zwei wichtige Aufgaben:
Das gelingt, indem der Speichel und seine Bestandteile eine Vielzahl an Funktionen erfüllen. So schützt Speichel beispielweise Zähne und Mundraum, indem er:
Daneben hilft Speichel beim Essen und Sprechen, indem er: